50 Jahre "Girl from Ipanema" Hymne auf Rio

Um die Bossa-Nova-Hymne "Girl from Ipanema" ranken sich Legenden. Vor 50 Jahren erklang sie zum ersten Mal. Das Lied verzaubert mit weichen Tönen und leichter Poesie. Es ist bis heute eine Hommage geblieben an Rio de Janeiro und seine schönen Frauen.


 Der Strand von Ipanema am Zuckerhut
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Der Strand von Ipanema am Zuckerhut

Schon nach den ersten Tönen summen die meisten Menschen auf der Welt mit. "Olha que coisa mais linda, mais cheia de graça" - "Schau doch nur, was für ein schöner Anblick, so voller Anmut". So beginnt das Lied "Girl from Ipanema" in seiner portugiesischsprachigen Originalversion. Und so sangen es auch der Komponist Antônio Carlos Jobim, der Dichter und Gitarrist Vinícius de Moraes und der Sänger João Gilberto. Die Premiere war im August 1962, vermutlich am 2. Tag des Monats im Restaurant "Bon Gourmet" in Rios vibrierendem Stadtviertel Copacabana. Kurz danach trat der Song seinen Siegeszug um die Welt an und nahm dabei auch ein Stück von Brasiliens Seele mit auf die Reise.

Schöne Legende


Die Legende über die Entstehung des Liedes ist schön. Jobim und der im diplomatischen Dienst stehende de Moraes sitzen wie oft, einige sagen wie immer, in der Bar Veloso. Das Bier ist kalt, die Sonne brennt, es geht ein leichter Wind und der azurblaue Atlantik am Strand von Ipanema ist in Blickweite. Als wäre das nicht paradiesisch genug, schlendert die erst 17-jährige Helô an der nach allen Seiten offenen Bar vorbei. Sie zieht die bewundernden Blicke der Bargäste an, natürlich auch die der Freunde Tom und Vinicíus, die nicht zögern, zum Stift greifen und glühend vor Inspiration und Eifer das Lied - Ton und Text - unverzüglich auf der Papiertischdecke vor sich niederschreiben. Soweit die Legende.

Das Girl gibt es wirklich


Helo Pinheiro, die brasilianische Muse, die zu dem Song "The Girl from Ipanema" inspiriert hat (2003)
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Helo Pinheiro, die brasilianische Muse, die zu dem Song "The Girl from Ipanema" inspiriert hat (2003)

Das Lied hat ihr Leben verändert und geprägt, wie auch das des Bossa Nova (etwa: Neue Welle). Dabei wurde damals im August 1962 nicht nur "Garota de Ipanema" bei der immer wieder auf insgesamt 45 Abende verlängerten Show im "Bon Gourmet" gespielt. Auch Klassiker wie "Só danço Samba" (Ich tanze nur Samba) oder "Samba de uma nota só" (Samba aus einer Note) erklangen. Aber keiner wurde so erfolgreich wie das "Mädchen von Ipanema". Kein anderer Song außer dem Beatles-Hit "Yesterday" wurde so oft gecovert wie "Girl from Ipanema" - über 200 Versionen sind bekannt.

Zeitlose Hymne

Neben Helô bleibt eine weitere Frau auf immer mit dem Song in Erinnerung - Astrud Gilberto, die damalige Frau von João Gilberto. Sie sang 1963 die englische Version schüchtern und scheu mit brasilianisch-portugiesischem Akzent. Der weniger scheue Frank Sinatra verhalf dem Song in einer Aufnahme mit Jobim von 1967 zu weiterem Weltruhm. Louis Armstrong, Caterina Valente, Ella Fitzgerald, Nat "King" Cole und auch Amy Winehouse und Helge Schneider gaben dem Song ihre Note. Selbst Box-Legende "Iron Mike" Tyson hauchte den Song kürzlich im brasilianischen Fernsehen ins Mikrofon. Das "Girl from Ipanema", so scheint es, hat auch 50 Jahre nach seiner Entdeckung nichts an Attraktivität verloren.


Stand: 02.08.2012, 15.04 Uhr