TV-Doku "Kinder der Tundra - Überleben im Eis": Einzigartige Menschen
Beinahe am Ende der Welt lebt ein Eskimostamm im Tschuktschenland. Der Journalist Juri Rescheto hat sich aufgemacht, um die Menschen dort kennenzulernen. Entstanden ist die Dokumentation "Kinder der Tundra - Überleben im Eis". Sie wird am 30.12.2012 im Ersten um 12.05 ausgestrahlt und am Neujahrstag im WDR Fernsehen. In WDR 2 am Sonntag war Juri Rescheto im Interview und berichtete von seinen Erfahrungen dort.

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Faszienierende Landschaften: Tschuktschen leben noch sehr archaisch
"Reich an Rentieren"
Auf der ganzen Welt gibt es nur 8.000 Tschutschken, so berichtet Rescheto, und die leben auf einer gigantisch großen Fläche. Die Landschaft ist fast menschenleer und man könne fast unendlich weit sehen. Tschuktschen komt von Tschauktschen und heißt "Reich an Rentieren".
Ganz einfaches Leben
"Die Menschen dort leben sehr, sehr einfach: ohne Strom, ohne fließendes Wasser, ohne Klo, ohne Dusche im Winter. Auch das Essen ist nicht besonders abwechslungsreich. Viel, sehr viel Fleisch, auch rohes Fleisch, kein Salat", so Rescheto. Interessant seien auch die archaischen Sitten, die überliefert sind und wie die Menschen sie pflegten. "In der menschenleeren Tundra leben sie in Nomadenzelten, die mit Rentierfellen bedeckt sind und ziehen auch wie Nomaden immer herum. Das Fleisch machen sie auf dem Lagerfeuer." Manchmal werde es roh verzehrt. Auch er habe dies getan. Übernachtet hat Juri Rescheto in Schlafzelten, die sich innerhalb der Nomadenzelte befinden.
Pflege der schamanischen Bräuche
Teilweise würden auch noch schamanistische Bräuche gepflegt. An der Küste, wo Rescheto auch war, werden Seeroben und Wale gejagt, was auch sehr archaisch aussehe. Die Menschen an der Küste würden im Gegensatz den Menschen in der Tundra aber eher sesshaft leben.
Negative Einflüsse von außen
Es gebe aber auch viele Einflüsse von außen. Allen voran der Alkohol – der sei eine Waffe, mit der man alle Tschuktschen sofort töten könne – denn sie können ihn nicht verarbeiten. Manche Menschen liegen nach dem Alkoholgenuss auch fünf Tage im Koma, das sei ein großes Problem, so Rescheto. Leider werde er getrunken auf Grund der fehlenden Perspektiven dort. Tschuktschen ist ein Zipfel Erde, um das sich die russische Regierung kaum kümmere. Darüber hinaus sei die Suche nach der Identität ein Problem. Ihre Ursprungssprache haben viele Tschuktschen vergessen, aber russisch beispielsweise nicht gelernt.
Große Herausforderung für Juri Rescheto
Für Juri Rescheto war eine Herausforderung einen Film über den russischen Norden zu drehen. Dabei hat seine russische Herkunft eine große Rolle gespielt. Es war sehr wichtig dort als Einer, den sie kennen, aufzutreten. Außerdem muss man die Nerven bewahren, da es viele schwierige Situationen gibt: der Wind ist stark, das Wetter ist schlecht, der Flieger fliegt nicht, das Auto ist kaputt, die Kamera ist kaputt - da muss man ruhig bleiben und es ist wichtig, dass man die Nuancen der Sprache versteht.
Tschuktschen sind sehr gelassen
Mitgenommen nach Hause hat Juri Rescheto Bilder von faszinierenden Landschaften. Sein Film habe vor allem starke, schöne Bilder aus der Tundra, sagt er. Mitgenommen habe er aber auch die vielen Schattierungen der Farbe Weiß und natürlich die Menschen, die diesen sehr, sehr harten Überlebenskampf führen - und die es mit Gelassenheit tun. Diese Gelassenheit hat Juri Rescheto noch nie gesehen – noch nirgends auf der Welt.
Stand: 30.12.2012, 00.00 Uhr
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