Klimaschutz betrifft uns alle: Privater CO2-Handel
Delegierte aus aller Welt beraten beim Weltklimagipfel in Durban, wie der internationale Klimaschutz künftig vertraglich geregelt werden kann. Doch was kann jeder Einzelne von uns für das Klima tun? Ingenieur Klaus Dosch schlägt eine CO2-Card für alle vor.
Die jüngsten Unwetter und Dürreperioden in verschiedenen Weltgegenden sind nach Einschätzung der Hilfsorganisation Oxfam nur ein "bitterer Vorgeschmack" auf weitere Folgen des Klimawandels. Noch nie wurde so viel COs in die Atmosphäre geblasen. Vertreter von mehr als 190 Staaten verhandeln seit Montag in Durban über Maßnahmen zum Kampf gegen die Erderwärmung. Wichtige Themen der UN-Klimakonferenz sind ein Fahrplan für ein globales Klimaschutzabkommen und die Fortschreibung des Kyoto-Protokolls.
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Jeder Einzelne trägt Verantwortung
Es ist richtig und wichtig, dass diese Themen auf politischer Ebene behandelt werden. Doch das Handeln jedes Einzelnen ist von genauso großer Bedeutung. Wir müssen den privaten CO2-Verbrauch drastisch einschränken, meint Klaus Dosch, Geograf und Wirtschaftsingenieur. Er schlägt vor, jedem Deutschen ein maximales Verbrauchsrecht von zwei Tonnen CO2 einräumen. Wohnung heizen, Einkaufen gehen, Auto oder Bahn fahren - alles würde dann von einer CO2-Card abgebucht werden. Denn jeglicher Konsum hinterlässt einen CO2-Fußbadruck und kann berechnet werden.
Sparen oder zahlen
Klaus Dosch, Wirtschaftsingenieur und Buchautor ("Mehr Mut beim Klimaschutz") arbeitet als Projektleiter bei der Aachener Stiftung Kathy Beys. Dort arbeitet er an der realistischen Version des persönlichen CO2-Rechtehandels. Wer zum Beispiel mehr als seine zwei Tonnen CO2 verbrauchen will, muss sich die Verbrauchsrechte dafür kaufen. Das könnte wie an einer Börse geschehen. Dort würde dann jeden Tag nach Angebot und Nachfrage entschieden, wie teuer CO2-Verbrauchsrechte im Kilobereich sind.
Im WDR 2 Morgenmagazin erklärte Klaus Dosch Vor- und Nachteile der CO2-Card:
Bei der CO2-Card soll es nicht an Kontrolle fehlen: wer mit seinem CO2-Konto in den Miesen ist, müsse CO2-Einheiten nachkaufen. Wer Co2 spart, spart also auch Bares. Einen Riesenverwaltungsaufwand sieht Klaus Dosch nicht, denn jede Payback–Card würde nicht viel anders funktionieren.
Menschen, die auf dem Land leben und einen weiten Weg zur Arbeit haben, könnten aber benachteiligt werden – das liege jedoch am System. Ausgleich am Zukauf von CO2-Einheiten würden ja durch den preiswerten Lebensstil ausgeglichen werden.
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Stand: 29.11.2011, 07.31 Uhr
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