Kunstraub in Rotterdam Rätsel um die Täter

Mit Picasso, Monet und Matisse wollte die Rotterdam Kunsthalle ihren 20. Geburtstag feiern. Das Jubiläum wurde zum Albtraum. Sieben berühmte Gemälde wurden gestohlen. Doch wer raubt Kunst, die praktisch nicht zu verkaufen ist?

War es eine "dumme Aktion" von Kriminellen, wie Kunstkenner und Sicherheitsexperten meinen oder ein Auftragsraub? Jedenfalls wird es schwierig sein, die Gemälde zu verkaufen. Kein offizieller Händler, keine Messe oder Auktionshaus wird sich daran die Finger verbrennen. Dennoch müssen die Kunsthalle und auch die Eigentümer der Bilder das Schlimmste befürchten. Viele gestohlenen Kunstwerke tauchen nie wieder auf.


Kostbare Gemälde aus der Rotterdamer Kunsthalle gestohlen

Schutz unzureichend?


Die Diebe hatten in der Nacht auf Dienstag (16.10.2012) sieben Gemälde berühmter Maler des 20. Jahrhunderts geraubt. Fragen werden nun an die Kunsthalle selbst gestellt. Die Sicherheitsmaßnahmen reichten nicht aus, sagt der Sicherheitsberater niederländischer Museen, Ton Cremers. "Die Kunsthalle hätte mehr tun können." Nachts war die kostbare Sammlung nur mit Kameras und Alarmanlage geschützt. Doch auch der Sicherheitsexperte der großen niederländischen Museen weiß: "Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht." Die Direktorin Ansenk weist die Kritik zurück. "Wir erfüllen alle internationale Normen", sagt sie.


Kostbare Gemälde aus der Rotterdamer Kunstahlle gestohlen

Ein Museumsgebäude von großer Offenheit


Die breite Glasfront macht den Westgiebel des Museums zu einer Art gigantischem Schaufenster. Das war auch die Absicht des weltberühmten Architekten Rem Koolhaas, der das Gebäude 1992 entwarf. Es gilt als ein Juwel der internationalen Architektur. Stolz wollte die Kunsthalle nun ihren 20. Geburtstag feiern mit den Spitzenwerken der privaten Triton Sammlung für moderne Kunst, von der bisher noch nie zuvor so viele Stücke in einer Ausstellung zu sehen waren. Werke im Wert bis zu 100 Millionen Euro.

Picasso, Matisse, Monet, Gaugin...

Bei den gestohlenen Gemälden handelt es sich um Picassos "Tête d'Arlequin", Matisses "La Liseuse en Blanc et Jaune", um zwei Gemälde von Monet - "Waterloo Bridge, London" und "Charing Cross Bridge, London" - um "Femme Devant une Fenêtre Ouverte, dite La Fiancée" von Gauguin, ein Selbstporträt von Meyer de Haan sowie um "Woman with Eyes Closed" des im Juli 2011 gestorbenen Gegenwartskünstlers Lucian Freud. Nach Schätzungen von Kunstkennern haben die Gemälde einen Gesamtwert von 50 bis 100 Millionen Euro.


Stand: 21.10.2012, 14.49 Uhr