WDR 2 Gespräch mit Reinhold Messner: "Ich warne für die Katz"
Reinhold Messner hat sich gegen Vorwürfe verwahrt, er sei für den zunehmenden Bergsteiger-Tourismus verantwortlich. Seine Warnungen würden seit Jahren in den Wind geschlagen, sagte der Extrembergsteiger im WDR 2 Interview.

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Extrembergsteiger Reinhold Messner vor dem Ortlermassiv in der Nähe von Sulden in Südtirol
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- Audio: Reinhold Messner kritisiert bei WDR 2 zunehmenden Tourismus beim Extrembergsteigen (24.09.2012) Bergsteiger Reinhold Messner / Tom Hegermann, WDR 2 Mittagsmagazin
Messner kennt einige der Menschen, die bei dem Lawinenabgang am Himalaya ums Leben gekommen sind, dem Namen nach. Die Bergsteiger waren seiner Einschätzung nach "recht erfahren". Der betreffende Hang am Mount Manaslu sei jedoch generell lawinengefährlich.
Kolonnen von Bergsteigern
Das eigentliche Problem sieht der erfahrene Abenteurer allerdings darin, dass die leichten Wege auf die Achttausender heutzutage "von den Sherpas präpariert" würden. Den Spuren folgten dann "Kolonnen von Bergsteigern", die alle die gleichen Lagerstätten benutzten. Wenn es dann einmal zu einem Lawinenabgang komme, sei die Katastrophe gewaltig.
Unglücke werden schlimmer
Weil der Alpinismus zunehmend touristischer wird, werden derartige Unglücke nach Messners Überzeugung noch mehr Opfer fordern. "Wir werden in den nächsten Jahrzehnten nicht nur Unfälle mit zwölf, dreizehn Toten haben, sondern mit 50 oder 100 Toten in einer einzigen Nacht", ist der 68-Jährige überzeugt.
Nicht nachmachen
"Man hätte nie so weit gehen dürfen, diese großen Berge in einem Reisekatalog anzubieten", kritisierte Messner. Vorwürfe, dass er durch seine öffentlichkeitswirksamen Besteigungen einen Anteil daran hätte, wies er zurück. "Ich rate davon ab nachzumachen, was ich getan habe", betonte der Extrembergsteiger.
Fluchtpunkt der Eitelkeit
Er warf dem Deutschen Alpenverein vor, die Berge sicher machen zu wollen - "und wer glaubt, den Berg sicher machen zu können, hat vom Berg keine Ahnung". Er habe schon vor 50 Jahren vor dem Massentourismus in den Bergen gewarnt. "Und ich warne jetzt wieder, aber es wird für die Katz sein, weil die Leute den Everest und den Manaslu als Fluchtpunkt ihrer Eitelkeit sehen", so Messner resigniert.
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Stand: 24.09.2012, 13.52 Uhr
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