Islamisches Opferfest: Feier der Dankbarkeit
Das islamische Opferfest, das am Donnerstag beginnt, bildet den Höhepunkt und Abschluss der jährlichen Pilgerfahrt der Muslime nach Mekka. Welche Bedeutung hat das Fest für Muslime?
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Ein kleiner Junge während des Mittagsgebets in einem Gebetsraum (Fotostrecke 1)
Das islamische Opferfest erinnert an den Propheten Ibrahim (Abraham), der auf Gottes Geheiß bereit war, seinen erstgeborenen Sohn Ismail zu opfern. Eine ähnliche Überlieferung bietet die jüdisch-christliche Tradition in der Bibel, nach der Abraham die Opferung seines Sohnes Isaak vorbereitete.
Die Barmherzigkeit Gottes
Die Gläubigen feiern den glücklichen Ausgang dieser Prüfung, bei der der Sohn gerettet wurde und Ibrahim an seiner Stelle einen Widder schlachtete. Die Geschichte von Ibrahim und seinem Sohn zeigt islamischen Theologen zufolge Gottes Barmherzigkeit gegenüber den Menschen. Aufgrund des islamischen Mondkalenders kann das Opferfest zu jeder Jahreszeit stattfinden, es verschiebt sich im Sonnenkalender rückwärts um meist elf Tage pro Jahr.
Das höchste muslimische Fest
Das viertägige Opferfest gehört zu den höchsten Festen der mehr als 1,5 Milliarden Muslime in der Welt. Auch in Deutschland, wo rund vier Millionen Muslime leben, treffen sich die Gläubigen am Morgen zum Gebet in der Moschee. Viele Familien unternehmen Ausflüge, die Kinder erhalten Geschenke.
Einsatz für Arme und Hungrige
Nach der Tradition soll jede Familie ein Opfertier, wie im Koran vorgeschrieben, auf rituelle Weise schlachten, sofern es sich die Familie finanziell leisten kann. Das Fleisch des Tieres sollen sie auch unter den Armen und Hungrigen verteilen. Es ist ein guter Brauch, allen Freunden und Verwandten zum Opferfest die besten Wünsche zu versichern und auch ihnen etwas von dem Fleisch zu geben.
Streitfall Schächtung
Man legt das Tier, zumeist ein Schaf, mit dem Kopf in Richtung Mekka und lässt es an der Halsschlagader ausbluten. Das Schächten ohne vorherige Betäubung ist in Deutschland nach dem deutschen Tierschutzgesetz verboten. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Januar 2002 müssen Behörden jedoch Ausnahmegenehmigungen erteilen, wenn ein Antragsteller persönlich der Überzeugung ist, dass sein Glaube das Schächten erfordert.
Stand: 24.10.2012, 17.04 Uhr
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