Organspende-Skandal: Das Vertrauen schwindet
Der Organspende-Skandal hat weit größere Ausmaße als zunächst angenommen. Nach dem Universitätsklinikum Göttingen gerät auch die Uni-Klinik Regensburg immer mehr ins Visier der Ermittler. Dort sollen von 2004 bis 2006 in 23 Fällen die Krankendaten bei Lebertransplantationen manipuliert worden sein. Nach einer Strafanzeige des Klinikums ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, forderte als Konsequenz aus dem Organspendeskandal schärfere Kontrollen der Transplantationen und mehr Geld für zusätzliche Prüfer. Außerdem müsse es scharfe berufsrechtliche Konsequenzen geben, sagte der Mediziner in einem Zeitungsinterview. Der Patientenverband Deutsche Hospiz Stiftung forderte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zum Eingreifen auf. Bahr berief ein Krisentreffen für Ende August ein.

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Ärzte bei einer Organtransplantation
Rückgang der Spendebereitschaft befürchtet
Derzeit warten in Deutschland rund 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Experten befürchten, dass der jüngst bekannt gewordene Skandal um gefälschte Daten von Organempfängern am Göttinger Universitätsklinikum zu einem Rückgang der Organspende-Bereitschaft führt. Denn das Vertrauen in die Transplantationsmedizin in Deutschland schwindet.
Prof. Gummert bei WDR 2:
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- Audio: Klinikchef Prof. Jan Gummert bei WDR 2: Nicht ganze Branche für Organspende-Skandal haftbar machen (03.08.2012) Prof. Jan Gummert (Herzchirurg und Klinikdirektor in Bad Oeynhausen) / Katrin Schmick, WDR 2 Morgenmagazin
Der Herzchirurg und Chef der Klinik in Bad Oeynhausen, Prof. Jan Gummert, bestätigte bei WDR 2, dass bei vielen Gesprächen mit Angehörigen von Patienten, die auf der Warteliste für Transplantationen stehen, die Sorge bereits groß ist. Um dem Vertrauensverlust entgegenzuwirken, sei durchaus ein externer TÜV denkbar. Im Bereich der Herzchirurgie habe man aber schon ein Achtaugenprinzip. Vier Ärzte seien beteiligt, wenn es darum gehe, einen Patienten in der Warteliste auf eine dringlichere Stufe zu heben. Das werde zudem von drei weiteren externen Kollegen überprüft. Hier herrsche also schon eine maximale Transparenz. Gummert betonte, der jetzige Skandal sei ein Einzelfall um ein und denselben Arzt. Man dürfe nicht die gesamte Transplantationsmedizin dafür verantwortlich machen. "Daraus ableiten, dass man einen Vertrauensverlust hat und nicht mehr spendet, damit tut man all den Ärzten, die sich tagtäglich für die Patienten einsetzen, bitter Unrecht."
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Stand: 03.08.2012, 18.00 Uhr
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