Volle Busse und Bahnen: Täglicher Kampf um Platz
Es gibt viele gute Gründe, mit dem Bus zu fahren anstatt das Auto zu benutzen. Aber Spaß macht es auch nicht immer. Zum Beispiel, wenn die Busse pickepackevoll sind. Da kann Busfahren schnell zur Nervenprobe werden, für alle und jeden.

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Für viele ein alltägliches Bild: Gedränge beim Einsteigen in den Bus
Audios
- Audio: Platznot in Bussen und Bahnen: Mehr Stellfläche für Kinderwagen und Rollatoren (19.11.2012) Bettina Papenfuß, WDR 2 Westzeit
- Audio: Essener Verkehrs-AG setzt auf Busse mit größeren Stellflächen und weniger Sitzplätzen (19.11.2012) Olaf Frei, Essener Verkehrs AG (EVAG) / Gudrun Höpker, WDR 2 Westzeit
Es ist früher Vormittag am Hauptbahnhof in Gelsenkirchen. Zwei junge Mütter bugsieren ihre Kinderwagen in den Bus. "Ich fahr meistens vormittags, wenn es nicht so voll ist, mittags ist es manchmal eine Katastrophe", sagt die eine, und die andere meint: "Meistens warte ich dann auf den nächsten Bus, wenn es zu voll ist, bevor es da so viele Rangeleien gibt. Ist es auch nicht immer gut für die Kinder."
Käme jetzt noch ein Fahrgast mit Rollator oder Rollstuhl dazu, könnte es eng auf den dafür vorgesehenen Stellflächen werden - und auch schon mal stressig, beobachten die Fahrgäste: "Die ganz alten Leute, die haben kein Verständnis mehr dafür, die bestehen auf ihrem Recht, und die möchten dann auch da stehen, dann machen die auch für einen Kinderwagen nicht Platz." Ein anderer Fahrgast merkt an: "Manche Leute, die sehen das nicht ein, Platz zu machen, und die stehen da mit ihrer Karre, und die machen keinen Platz für welche mit einem Kinderwagen oder mit einem Rollator."
Es gibt natürlich auch nette Fahrgäste, die höflich aufrutschen oder ihren Platz anbieten, sagt Busfahrer Detlef Schwarz: "Ich würde sagen, es kommt immer auf den Menschen selbst an. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Bis jetzt waren auch Jugendliche sehr einsichtig und haben auch kein Theater gemacht. Wenn sie auf dem Platz gestanden haben, wo so ein Kinderwagen hingehört, sind sie freiwillig weggegangen. Ich brauchte bis jetzt noch nicht einzuschreiten."

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Im Trend: Große Stellflächen für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer
Dürfte er aber, zum Beispiel per Durchsage die Fahrgäste auffordern, den Gang frei zu machen und nach hinten aufzurutschen. Und er entscheidet auch, keine weiteren Fahrgäste mehr mitzunehmen, wenn der Bus zu voll ist und es gefährlich werden könnte, erklärt Christoph Kollmann von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen-AG: "Wir können nicht zaubern und auf einmal mehr Platz schaffen, sondern der Bus hat eine gewisse Größe, kann eine gewisse Anzahl von Menschen mitnehmen, und da ist es in diesem Spezialfall notwendig, auf den nächsten Bus zu warten."
Mancher Rollstuhlfahrer verzichtet freiwillig einzusteigen: "Wenn jetzt drei Kinderwagen drin sind, dann brauche ich erst gar nicht versuchen. Dann nehme ich den nächsten Bus", erläutert ein Rollstuhlfahrer. Die Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet haben allem Anschein nach das Problem erkannt: Damit möglichst alle in den Bus passen, ob mit Einkaufswagen, Hund, Rollator oder Kinderwagen, rüsten sie zunehmend um. Die Stadtwerke Oberhausen AG hat seit einem Jahr mehr Busse mit größeren Stellflächen, aber weniger Sitzplätzen im Einsatz, die Unternehmen in Essen, Gelsenkirchen und Bochum ziehen nach.
Stand: 16.11.2012, 13.45 Uhr
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