Blick in das Weltall: Bahnbrechende Erkenntnisse
Durch das Zusammenkoppeln mehrerer Radioteleskope können Daten von Galaxien gesammelt werden, die vor der Zeit unseres eigenen Sonnensystems liegen - und das Radioteleskop Effelsberg forscht mit.
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Das Radioteleskop Effelsberg bei Bad Münstereifel: Daten sammeln aus dem Weltall (Fotostrecke 1)
Ungeahnte Galaxien
Audio
- Audio: Radioteleskop Effelsberg: 900 Millionen Jahre tief ins All schauen (09.07.2012) Wolfgang Zimmer, WDR 2 Zwischen Rhein und Weser
So ist das mit Sience-Fiction-Filmen – irgendwann werden sie von der Realität eingeholt. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Radioastronomie reisen zwar nicht selbst in die unendlichen Weiten des Weltalls, aber sie dringen anhand von Radiowellen zu Galaxien vor, die Milliarden von Lichtjahren von unserem Sonnensystem entfernt sind. Sie koppeln das Radioteleskop Effelsberg in der Eifel mit anderen Beobachtungsstationen, die möglichst weit von Effelsberg entfernt sind. Dadurch können sie Informationen aus der Zeit sammeln, als unser Sonnensystem überhaupt noch nicht existiert hat, schwärmt der Bonner Wissenschaftler Norbert Junkes.
Simulation eines Riesenteleskopes
Der Trick, mit dem die Bonner Wissenschaftler arbeiten, ist nicht neu. Bisher war es aber noch nie gelungen, derart tief ins Weltall einzudringen. Grundprinzip ist ein riesengroßes Teleskop, das es nicht wirklich gibt, sondern durch die Zusammenarbeit zweier Teleskope simuliert wird. Gearbeitet wird an diesem System schon seit Jahrzehnten. Allerdings machte erst hochmoderne Computertechnik die Auswertung und Zusammenführung der verschiedenen Daten möglich. Immer wieder wird das Radioteleskop in Effelsberg mit einem russischen Satelliten-Teleskop zusammengeschaltet, das die Erde auf dem Orbit umkreist. Durch die große Entfernung der beiden Beobachtungssysteme entsteht theoretisch ein Teleskop mit gigantischen Ausmaßen.
Zusammenkopplung bringt völlig neue Dimensionen
Die Möglichkeiten der Zusammenkopplung verschiedener Teleskope und die Leistung neuartiger Rechner bringen die Radioastronomen in völlig neue Dimensionen. Zurzeit werden so genannte "Schwarze Löcher" in einer Entfernung von 900 Millionen Lichtjahren erforscht. Mit der neuen Technik können aber durchaus Entfernungen von Milliarden von Lichtjahren überbrückt werden. Für den Wissenschaftler Norbert Junkes werden damit sehr alte Fragen neu beantwortet, Fragen wie: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Wie ist das Universum entstanden, wie die Galaxien und letztendlich auch das Leben und wir?
Stand: 09.07.2012, 15.47 Uhr
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