Single-Packungen im Supermarkt: Teuer und überflüssig
Immer mehr Menschen in Deutschland leben allein: Laut statistischem Bundesamt jeder Fünfte, also 16 Millionen Menschen. Kein Wunder, dass immer mehr Geschäftsmodelle auf sie zugeschnitten werden: Single-Börsen, Singleurlaube, Single-Partys – und natürlich Lebensmittel, die extra für Alleinlebende konfektioniert sind.

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Auch alte Menschen greifen oft zu den Kleinpackungen
Mittlerweile gibt es fast alles, was das Single-Herz begehren könnte auch in kleinen Verpackungen. Meist sind die Produkte auch schon verzehrfertig, damit beruflich gestresste Singles sich nicht noch mit der Zubereitung befassen müssen. Single-Salatpackungen (gerne auch gleich mit Gabel und Dressing), Obstaufschnitt in Single-Größe, Ravioli-Dosen mit einem Teller Inhalt, Obst in der Mini-Dose und auch das Tiefkühlfach hat aufgerüstet, etwa mit Mini-Spinat-Packungen, also gerade genug als Beilage für eine Mahlzeit. Natürlich gibt es dort auch die bekannte Riesen-Auswahl an Fertiggerichten. Weniger gibt es die Singlegrößen allerdings bei Grundprodukten wie zum Beispiel Zucker, Mehl oder Nudeln.
Weniger Verschwendung
Audio
- Audio: Single-Packungen im Supermarkt: Pro und Contra (15.10.2012) Tom Hegermann / Andreas Braun, WDR 2 Mittagsmagazin
Das Positive dabei ist, dass die kleinen Verpackungen helfen können, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Die Berge an Abfall aus dem Kühlschrank sind spätestens seit der Diskussion der letzten Monate in den Focus gerückt. Kleine Mengen können eben auch im Ein-Personen-Haushalt verbraucht werden, bevor etwas schlecht wird. Und da immer mehr Menschen alleine leben, ist es nur logisch, ein Nahrungsmittel-Angebot auf sie zuzuschneiden.
Schlecht für den Müllberg
Auf der Negativ-Seite steht allerdings auch ein wichtiger Umweltaspekt: Mehr kleine Verpackungen heißt auch mehr Müll - sogar erheblich mehr. Nach einer Studie des University College London produziert ein Single über 40 Prozent mehr Verpackungs-Müll verglichen mit einem Mitglied eines Vier-Personen-Haushalts. Allerdings sind da alle Verpackungen von allen gekauften Produkten eingerechnet und nicht nur die Lebensmittel. Die Tendenz ist trotzdem beeindruckend.
Oft hohe Preisaufschläge
Ein weiteres Argument gegen den regelmäßigen Einkauf von Single-Portionen: Sie sind meist wesentlich teurer als das gleiche Produkt in größeren Verpackungen: Beim Marken-Rahmspinat zum Beispiel liegt der Kilopreis der Miniverpackung über vier Euro, in der 500g-Packung unter 2,50 Euro. Bei einer Marken-Margarine kostet die kleine Packung (250g) knapp 4,80 Euro aufs Kilo, die große (500g) aber nur 3,20 Euro – und die Teller-Portion aus der Dose ist ebenfalls wesentlich teurer als das gleiche Produkt in der Familienverpackung.
Mini-Packung muss nicht immer sein
Umweltbewusste Singles, die weniger verschwenden möchten, sollten darüber nachdenken, bei welchen Produkten kleine Portionen überhaupt angebracht sind: Bei Lebensmitteln, die sich länger halten, wie Honig, Marmelade oder Hartkäse, muss es nicht die kleinste Verpackung sein. Diese Waren kann man auch nach und nach verbrauchen – genauso wie auch Tiefkühlware: Wer ein Eisfach zu Hause hat, kann auch Gemüse aus der großen Packung über einen längeren Zeitraum lagern und verbrauchen.
Planvoll kochen bei Frischwaren
Zum Beispiel Kartoffeln für zwei Tage kochen, am ersten Tag Salzkartoffeln am zweiten Tag Bratkartoffeln essen. Gebratenes Gemüse kann man kalt servieren oder in einem Auflauf verwenden. Gekochten Reis oder Nudeln kann man in schnellen Pfannengerichten aufbrauchen. Fast alles, das einmal gekocht wurde, kann man natürlich auch einfrieren. Am besten portionsweise abpacken – in der ganz persönlichen Single-Größe.
Stand: 15.10.2012, 14.41 Uhr
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