Zerstörung von Mausoleen in Timbuktu Weltkulturerbe in Gefahr

Trotz internationaler Appelle haben extreme Islamisten in Mali die Zerstörung von Kulturschätzen fortgesetzt. Am Montag (02.07.2012) brachen Kämpfer in Timbuktu die Tür einer Moschee aus dem 15. Jahrhundert auf, die nach dem Glauben der Bevölkerung in dem westafrikanischen Land erst zum letzten Erdentag geöffnet werden sollte. Zuvor hatten sie schon sieben weitere Grabstätten zerstört.


Blick auf das Minarett und Teile einer Moschee in der Wüstenstadt Timbuktu

Grabesstätten sollen "unislamisch" sein


Die Gruppe Ansar Dine betrachtet die Grabesstätten als unislamisch. Die Verehrung der Heiligen und ihrer Gräber, die in Timbuktu weit verbreitet ist, verstoße gegen den Islam, der den Gläubigen gebiete, allein Allah zu verehren. Die UN-Kulturorganisation Unesco hatte ebenso wie Einwohner entsetzt reagiert und eine Intervention der Völkergemeinschaft gefordert.

Gefährdetes Weltkulturerbe

Am vergangenen Donnerstag (28.06.2012) hatte die UNESCO Timbuktu wegen des bewaffneten Konflikts im Norden Malis auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Zwei Tage später begannen islamische Extremisten dort mit der Zerstörung historisch bedeutender Mausoleen und Moscheen. Im Norden Malis werden derzeit neben Timbuktu die Städte Gao und Kidal von Islamisten kontrolliert, die das islamische Recht der Scharia einführen wollen.


Stand: 03.07.2012, 15.13 Uhr