25. Todestag von Uwe Barschel: Fall bleibt rätselhaft
Bespitzelungen, Lügen, Rücktritte und ein Tod in einer Hotelbadewanne: Vor 25 Jahren erschütterte die "Barschel-Affäre" das Land. Bei WDR 2 äußerte sich der ehemalige Generalstaatsanwalt Erhard Rex.

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Pressekonferenz am 18.09.87: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Uwe Barschel weist mit einem "Ehrenwort" alle Beschuldigungen zurück
Erst ein riesiger Politik-Skandal, dann der rätselhafte Tod des darin verstrickten Spitzenpolitikers: Die "Barschel-Affäre" hielt 1987 die Republik in Atem. Vor 25 Jahren, am 11. Oktober, starb der frühere Ministerpräsident Uwe Barschel an Medikamentenvergiftung. Das "Stern"-Foto mit der bekleideten Leiche des CDU-Politikers in der Badewanne seines Hotelzimmers im Genfer "Beau Rivage" ging um die Welt. Die Frage Mord oder Selbstmord ist bis heute ungeklärt.
Stoff, aus dem Krimis gedreht werden könnten
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- Audio: Erhard Rex, ehem. Generalstaatsanwalt: So einen Fall noch nie erlebt (10.10.2012) Erhard Rex / Tom Hegermann, WDR 2 Mittagsmagazin
Erhard Rex, ehemaliger Generalstaatsanwalt Schleswig-Holsteins, äußerte sich bei WDR 2 zum Fall Barschel. Das große Interesse an dem Fall läge sicher darin begründet, meint er, dass es sich um einen prominenten Ministerpräsidenten handelte, der möglicherweise Bundeskanzler geworden wäre und der unter mysteriösen Umständen verstorben sei. "Das ist ein Stoff, aus dem Krimis gedreht werden können." Einen ähnlich faszinierenden Fall habe er in seinen 40 Dienstjahren nicht erlebt, meint der ehemalige Generalstaatsanwalt.
"Der Tod ist und bleibt rätselhaft"
Mord oder Selbstmord – es sei bei diesem Fall besonders schwer gewesen, eine Antwort auf diese Frage zu finden, da es sich weder um einen klassischen Mord noch um einen klassischen Selbstmord gehandelt habe. Die Indizien, die zusammengetragen wurden, hätten in beide Richtungen interpretiert werden können. Genau diese Rätselhaftigkeit des Falls berühre aber auch die Menschen, ist sich Erhard Rex sicher.
Viele Fragen offen
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- Audio: Der Fall Barschel - Erhard Rex glaubt nicht an eine finale Aufklärung (10.10.2012) Erhard Rex / Tom Hegermann, WDR 2 Mittagsmagazin
Letztlich halte er aber den Todesfall für weiterhin unaufgeklärt. Viele Mordthesen, die verführerisch klängen, würden nicht das halten, was sie versprechen. Und viele Selbstmord-Indizien seien nicht ausreichend beachtet worden. "Aber auch ich kenne nicht die Wahrheit", so Erhard Rex. "Nach meiner privaten Überzeugung spricht aber mehr für Selbstmord als für Mord." Der gesamte Ablauf, so wie er sich dargestellt habe, würde einem professionellen Mord völlig widersprechen. Auch das Auftauchen neuer DNA-Spuren würde seiner Meinung nach nicht zur einer letztendlichen Klärung des Falles führen. "Ich glaube, dass der Tod rätselhaft bleiben wird."
Stand: 10.10.2012, 13.30 Uhr
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