Wölfe verfolgen Bundeswehrsoldaten Der vor dem Wolf flieht

Nach der Begegnung eines Bundeswehrsoldaten mit jungen Wölfen auf einem Truppenübungsplatz will die Bundeswehr einen Leitfaden für solche Fälle herausgeben. WDR 2 sprach mit dem Wolfsberater Helge John.


Schnappschuss des Wolfsberaters Helge John: Wölfe auf dem Truppenübungsplatz in Munster
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Schnappschuss des Wolfsberaters Helge John: Wölfe auf dem Truppenübungsplatz in Munster

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"Wir müssen unterscheiden zwischen erwachsenen Wölfen und Jungtieren", sagt der Experte auf die Bemerkung von WDR 2 Moderatorin Steffi Neu, dass Wölfe normalerweise doch nicht freiwillig in die Nähe des Menschen gingen. "Hier handelt es sich um etwa fünf Monate alte Welpen, die aus Interesse hin- und hergerissen zwischen Scheu und Neugier diesem Soldaten gefolgt sind", so John weiter. Die Tiere hätten noch keine Erfahrung von gut und böse.

Keine Gefahr für den Menschen

Gefährlich gewesen sei die Situation überhaupt nicht, erläutert der Experte, der den Bundesforstbetrieb in Niedersachsen berät. Dass die Bundeswehr nun bestimmte Verhaltensregeln herausgeben wolle, habe nichts mit einer tatsächlichen Gefährdung zu tun. Auf die Frage, welche Verhaltensregeln in einem Leitfaden festgehalten werden sollten, sagte John: "Wenn Sie einem Wolf begegnen, bleiben Sie stehen, verringern Sie von sich aus nicht den Abstand und machen Sie sich bemerkbar, sprechen Sie das Tier an. Das reicht vollkommen, dass der Wolf Sie wahrnimmt." Das Tier werde im Regelfall kurz abschätzen, ob eine Gefahr bestehe, und wenn nicht, dann werde er seinen Weg weiter fortsetzen.

Gebiet wird zurückerobert

John geht davon aus, dass sich die Wolfspopulation weiter ausbreitet: "Der Wolf erobert sich sein Gebiet, was er früher einmal hatte, zurück." Auch Nordrhein-Westfalen werde früher oder später häufiger mit "Wolfssichtungen" zu tun haben. "Freuen Sie sich über den Anblick", rät der Wolfsberater.

Verfolgung eines Soldaten

Mehrere Jungwölfe hatten im September einen Soldaten in der Nähe des niedersächsischen Munster bei einem Nachtmarsch verfolgt. Eines der Tiere war ihm dabei so nahegekommen, dass er danach trat, um es zu verscheuchen, wie die Polizei am Donnerstag (13.09.2012) mitteilte. Der junge Wolf wurde nicht verletzt. Nach dem Vorfall wollte die Bundeswehr einen Leitfaden für Begegnungen mit frei lebenden Wölfen herausbringen.


Stand: 14.09.2012, 09.14 Uhr