Wulff-Nachfolger gesucht Einladung ins Kanzleramt

Bei der Suche nach einem neuen Bundespräsidenten sprechen Union und FDP nun auch mit SPD und Grünen. Kanzlerin Merkel hat für Sonntagabend Vertreter von SPD und Grüne zu einem Spitzentreffen ins Berliner Kanzleramt eingeladen.


Das Bundeskanzleramt bei Nacht

Streit in Koalition über Gauck?


In der Regierungskoalition von CDU, CSU und FDP herrscht seit Sonntag offenbar Streit über eine mögliche Kandidatur des früheren DDR-Bürgerrechtlers Joachim Gauck. Die FDP hält Gauck für einen guten Kandidaten, das FDP-Präsidium sprach sich einmütig für Gauck aus. Die Union wollte aber am Sonntagabend den Gegenkandidaten des letzten und nun zurückgetretenen Präsidenten Christian Wulff offenbar nicht unterstützen.


Joachim Gauck auf der Besuchertribüne während der Wahl des Bundespräsidenten (30.06.2012)
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Joachim Gauck auf der Besuchertribüne während der Wahl des Bundespräsidenten (30.06.2012)

Gauck wird auch von SPD und Grünen favorisiert

Trotz der Absage der Union an Joachim Gauck halten SPD und Grüne weiter an der Möglichkeit einer Präsidentschaftskandidatur des ehemaligen DDR-Bürgerrechtlers fest. SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte am Sonntagabend: "Wenn die FDP bei ihrer Position bleibt, gehe ich davon aus, dass er eine realistische Chance hat, beim nächsten Mal gewählt zu werden." Auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sprach sich für Gauck aus: er sei "für uns der erste Mann", sagte Künast.

Gespräche zwischen Regierung und Opposition über Nachfolger

SPD und Grüne begrüßten die Einladung ins Kanzleramt. Sie hatten zuvor das Vorgehen der Koalition kritisiert. So warnte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin davor, in internen Gesprächen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Oppositionsparteien einen "Kandidat nach dem anderen" zu verschleißen oder auszuschließen. er forderte einen gemeinsamen Findungsprozess, das gehöre zur Bedeutung von "gemeinsamer Kandidat, das schließe eine Vorab-Einigung nur auf einen Kandidaten aus, so die frühe Kritik Trittins.


Petra Roth (CDU), Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, aufgenommen am 01.06.2011

Schnelle Absage von Voßkuhle


Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, galt offenbar als Favorit der Regierungsparteien für die Nachfolge von Christian Wulff. Der Jurist sagte allerdings ab. Nunmehr werden in Berlin neben dem DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck vor allem der frühere EKD-Ratspräsident Wolfgang Huber und die Frankfurter Oberbürgermeisterin, die CDU-Politikerin Petra Roth, als mögliche Kandidaten gehandelt.


Der Präsident des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle
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Der Präsident des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle

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Stand: 19.02.2012, 13.44 Uhr