WDR 2 Klartext zu Griechenland: Euroretter nicht so schlecht
Der Euro erlebt seine schwerste Krise, Europa wankt. Doch die Euroretter haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt - und sie haben vieles richtig gemacht. Ein Klartext von Wolfgang Otto

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Schatten liegen über einer Euro-Münze
Die Eurorettung ist auf einem guten Weg. Was für ein Satz! Auch ich muss mir schon einen Ruck geben, bevor er mir über die Lippen kommt. Und doch: er stimmt. Denn die Staaten der Eurozone schlagen sich bei der Bewältigung der Euro-Krise mittlerweile doch ganz wacker.
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Ja, natürlich sind wir der nächtlichen Eurogipfel längst müde geworden. Ja, und selbstverständlich stehen mit dem neuen Rettungspaket gleich wieder neue Fragen im Raum, auf die niemand eine Antwort weiß. Ja, und natürlich hat es auch in der vergangenen Nacht wieder nicht den ersehnten Befreiungsschlag gegeben.
Und trotzdem: Die Euroretter haben eine ganze Menge erreicht.
Das Wichtigste ist: Die Krisenmanager in Brüssel haben es geschafft, die gefürchteten Ansteckungsgefahren in der Eurozone zu senken. Die Pleite Griechenlands bedeutet heute eben nicht mehr automatisch die Pleite der ganzen Eurozone. In den vergangenen zwei Jahren haben wir gelernt: Die Situation in Italien und Spanien unterscheidet sich grundlegend von der in Griechenland und Portugal. Bei den einen reichen ein paar Steuererhöhungen, bei den anderen muss viel mehr getan werden.
Das macht immun gegen Attacken von Spekulanten. Und es gibt Spielraum für echte Verhandlungen mit Athen. Dort ist die Botschaft jetzt endlich angekommen: Ohne einen Ausstieg aus der Schuldenwirtschaft, kann es keine Zukunft mit dem Euro geben.
Etwas fehlt natürlich noch: Eine gute Strategie, wie die armen Euroländer aufschließen zu den Reichen. Doch die Chancen sind gestiegen, dass die Euroretter auch das noch einsehen. Dann hat der Euro eine gute Zukunft. Was für ein Satz! Aber er muss mal gesagt werden.
Stand: 21.02.2012, 18.03 Uhr
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