WDR 2 Klartext zu Stellenabbau bei Eon: Hausgemachte Probleme
Nein, es ist nicht der Atomausstieg, der Eon und RWE jetzt zum Rotstift greifen lässt. Es sind Versäumnisse der Vergangenheit, die sich nun bitter rächen.
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Eingang zu einem Geschäftsgebäude des Energiekonzerns Eon unter dunklen Wolken
Natürlich trifft die Energiewende die Konzerne hart: Fest eingeplante Milliarden-Gewinne fehlen plötzlich – statt dessen muss Geld für den Abriss der Meiler zurück gelegt werden.
Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Tatsächlich hatten Eon und RWE schon vor dem Atomausstieg Probleme. Für den Strom aus ihren Kraftwerken gab es deutlich weniger Geld als eingeplant und das Gasgeschäft macht Verluste.
Bereits Monate vor Fukushima hatten Eon und RWE deshalb straffe Sparkurse eingeschlagen. Dazu kommt: Jahrelang von Rekordgewinnen verwöhnt, sind beide Konzerne inzwischen hoch verschuldet - nach teuren Einkaufstouren im Ausland.
Dieses Geld fehlt jetzt – auch für den dringend nötigen Umbau. Lange, zu lange haben sich Eon und RWE auf ihre Großkraftwerke verlassen: auf Atom, Kohle und Gas – und den Boom der Erneuerbaren zu lange anderen überlassen. Eine fatale Fehleinschätzung! Das eigene Geschäftsmodell ist implodiert: Atom läuft aus, Gasbezug ist zu teuer, Kohle als Klimakiller unter Beschuss.
In solchen Situationen werden dann die hausgemachte Fehler sichtbar: Die Verwaltung bei Eon ist in der Tat üppig dimensioniert – in guten Zeiten hätte man all das sozial verträglich korrigieren können. Jetzt ist es zu spät. Und es ist ärgerlich, dass Mitarbeiter womöglich mit ihrer Kündigung dafür bezahlen. Nur: allein am Atomausstieg liegt das nicht.
Stand: 11.08.2011, 07.10 Uhr
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