WDR 2 Klartext zu Rating-Agenturen Entmachten! Aber wie?

Von Wolfgang Otto

Die Macht der Rating-Agenturen muss gebrochen werden. Ich will mir jedenfalls nicht mehr anschauen müssen, wie drei private Firmen die Politik demokratisch gewählter Regierungen je nach Laune nach oben oder unten bewerten - so WDR 2 Redakteur Wolfgang Otto.


Drei Eiffeltürme in A-Form, einer davon umgekippt
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Drei Eiffeltürme in A-Form, einer davon umgekippt


Die Macht der Rating-Agenturen muss gebrochen werden. Ich will mir jedenfalls nicht mehr anschauen müssen, wie drei private Firmen die Politik demokratisch gewählter Regierungen je nach Laune mit einem Daumen nach oben oder unten bewerten. Und damit unter Umständen ganze Volkswirtschaften in den Untergang treiben.

Die bestehenden Rating-Agenturen also einfach abschaffen oder ignorieren? Oder alle Gesetze streichen, die Banken und Versicherungen noch zwingen, Ratings zu beachten?

Das klingt gut, nur leider, das allein wird nichts nützen.

Irgendwer muss nun mal bewerten, ob eine Staatsanleihe als sicher eingestuft werden kann oder nicht. Sparer, die ihr Geld einer Bank oder einer Lebensversicherung anvertrauen, haben ein Recht darauf, dass ihr Erspartes nicht mit windigen Staatsanleihen von Pleiteländern auf’s Spiel gesetzt wird. Also muss ein unabhängiges Urteil her.

Ein Ministerium oder Amt wird das nicht liefern können. Welche Regierung würde es schon zulassen, dass die eigenen Anleihen von ihren eigenen Beamten als nicht sicher eingestuft würden.

Also bleibt nur eine Möglichkeit: Die Europäische Zentralbank muss zum großen Staatsanleihe-TÜV ausgebaut werden. Die Notenbank hat die Experten und sie genießt die nötige Unabhängigkeit per Gesetz.

Mehr Glaubwürdigkeit als die von undurchsichtigen Privatinteressen abhängigen Rating-Agenturen hätte die EZB allemal. Vielleicht ist gerade das der Grund, warum der Vorschlag in der Finanzindustrie so wenig Zustimmung findet.


Stand: 16.01.2012, 18.28 Uhr