WDR 2 Klartext zu Wulffs Rücktritt Endlich!

Von Lioba Werrelmann

Endlich. Endlich ist er weg, dieser unwürdige Präsident. Was bleibt, ist ein beschädigtes Amt und viel dreckiges Wasser auf die Mühlen derjenigen, die meinen, Politiker seien eh alle völlig ehrlos.


Bundespräsident Christian Wulff fährt am Freitag (17.02.2012) in Berlin-Dahlem mit einer schwarzen Limousine vom Gelände seiner Villa
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Bundespräsident Christian Wulff fährt am Freitag (17.02.2012) in Berlin-Dahlem mit einer schwarzen Limousine vom Gelände seiner Villa


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Endlich. Endlich ist er weg, dieser unwürdige Präsident. Was bleibt, ist ein beschädigtes Amt und viel dreckiges Wasser auf die Mühlen derjenigen, die meinen, Politiker seien eh alle völlig ehrlos.

Dabei hätte es eine Alternative gegeben. Joachim Gauck, den Kandidaten der Herzen, der eine Geschichte mitbrachte, die des Widerständlers in einem Unterdrücker-Regime, und eine Botschaft, die vom Wert der Freiheit. Stattdessen bekamen wir einen Bundespräsidenten, dessen Geschichte die eines Schnäppchenjägers in einer Schicki-Micki-Welt ist. Und der bis heute behauptet, sich völlig korrekt verhalten zu haben. Alles Freundesdienste, die mit dem Amt nichts zu tun hatten - klar doch.

Die Regierung Merkel wollte nach dem überraschenden Abgang des gekränkten Horst Köhler einen Profi für das Amt des Bundespräsidenten, einen Berufspolitiker. Sie bekam einen uneinsichtigen Lehrling. Einen Lehrling, der bis zum Schluss nicht begriff, dass das Amt des Bundespräsidenten von der moralischen Integrität seines Inhabers lebt. Hätte sich die Staatsanwaltschaft Hannover nicht durchgerungen, gegen Wulff zu ermitteln - wir hätten diesen Präsidenten mit Lämmchenblick und Raffmentalität wohl noch jahrelang ertragen müssen.

Ein einziger politischer Satz wird übrig bleiben, es ist der, der Islam gehöre zu Deutschland. Es wäre ganz schön gewesen, Wulff hätte diesen Satz erklärt, mit Leben gefüllt - doch er war zu sehr damit beschäftigt, seine Patzer zu erklären. Angela Merkel muss nun mit allen Parteien, auch den Linken, einen Kandidaten finden, der Vorbild ist, der etwas zu sagen hat, dem die Menschen gerne zuhören. Wenn das nicht gelingt, können sie Bellevue gleich schließen und den Bundespräsidenten aus der Verfassung streichen.


Stand: 17.02.2012, 17.04 Uhr