Gewalt in Syrien Eine humanitäre Katastrophe

Die humantitären Verhältnisse in den syrischen Protest-Zentren sind katastrophal. Die Städte liegen zum Teil unter Dauerbeschuss, Hilfe für Verletzte gibt es häufig nicht. Auch die Hilfsorganisationen Rotes Kreuz und Roter Halbmond finden nur schwer Zugang zu den Hilfsbedürftigen.


Fahne des Roten Halbmondes
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Fahne des Roten Halbmondes

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WDR 2 Reporter Demian von Osten hat sich mit den Hilfsorganisationen Roter Halbmond und Rotes Kreuz in Verbindung gesetzt. Er wollte wissen, ob und wie gut es möglich ist, beim Krieg des Präsidenten Assad gegen das eigene Volk Hilfe und medizinische Versorgung spenden zu können.


Zerstörung in der syrischen Stadt Homs

Helfen trotz Lebensgefahr

Nach Angaben der Hilfsorganisatoren Rotes Kreuz und Roter Halbmond konzentrieren sich die schlimmen humanitären Zustände auf die Zentren des Aufstandes. Darin unterscheide sich Syrien etwa von Ländern wie Somalia. Doch genau dort sei die Arbeit auch sehr riskant: In den vergangenen Wochen sind Helfer in den Konfliktzonen und Zentren des Aufstands, also zumeist in den Städten oder Stadtteilen, selbst zwischen die Fronten gekommen und beschossen worden.

Ärzte ohne Grenzen: Kaum ordentliche ärztliche Behandlung


Im WDR 2 Gespräch (10.02.2012) erklärte Martin Glasenapp, Sprecher der Organisation Medico International, die Lage in Homs sei extrem kritisch. Die Stadt stehe unter Dauerbeschuss, Verletzte hätten dort wie derzeit an vielen Orten in Syrien keine Chance auf eine ordentliche ärztliche Behandlung. Nach den Informationen von Ärzte ohne Grenzen seien nicht einmal die Krankenhäuser noch sichere Orte. Patienten müssten damit rechnen, in der Klinik verhaftet zu werden - vor allem diejenigen, die Schussverletzungen hätten. Selbst den behandelnden Ärzten drohten Festnahmen oder Vernehmungen. Es sei skandalös, dass die Neutralität des Krankenhauses nicht respektiert werde.

Zu wenig Narkosemittel

Inzwischen hätten die Mediziner und Pfleger ein Parallelsystem aufgebaut, weil die Leute Angst hätten, in ein Krankenhaus zu gehen, so Allié. In Untergrund-Kliniken versuchen Ärzte sogar zu operieren. Die Versorgung dort ist aber oft alles andere als ideal. So werde berichtet, dass es nur wenig Narkosemittel gibt und Möglichkeiten fehlen, die Instrumente zu sterilisieren. Die Zahl der Toten des Konflikts wird derzeit auf 6.000 geschätzt. Man könne davon ausgehen, dass es bestimmt viermal so viele Verletzte gebe, sagte die Präsidentin. Nur ganz wenige würden es schaffen, zur Behandlung ins Ausland zu kommen.


Stand: 18.02.2012, 11.38 Uhr