WDR 2 Arena - Wieviel Extremismus verträgt die Demokratie? (28.07.2011): Brauchen wir strengere Kontrolle oder erst recht mehr Offenheit?
Vom "Alarmknopf" für das Internet bis zur Forderung nach mehr Engagement gegen Rechts - viele diskutieren nach den Attentaten in Norwegen Möglichkeiten, solche Taten künftig zu verhindern. Für Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg konnte es nur eine Antwort geben: "Mehr Demokratie und Offenheit, aber nicht mehr Naivität."
Politik, Medien und Gesellschaft suchen in ihrem Schock weiter nach Erklärungen. Viele verlieren sich in Bezeichnungen des mutmaßlichen Einzeltäters: Er sei Attentäter, Mörder, Psychopath, ein Monster, ein Terrorist. Für den Täter selbst steht fest, er sei "nicht schuldig". Denn er empfinde den "zunehmenden muslimischen Einfluss" in Norwegen als bedrohlich und wolle ihn verhindern.
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Sicherheitskräfte stehen vor einem bei dem Anschlag getroffenem Gebäude (Fotostrecke 1)
Finnland, Dänemark, Ungarn, Österreich - rechtspopulistische Parteien freuen sich über Zulauf. Auch in Deutschland finden Initiativen und Parteien wie pro NRW oder die NPD Zuspruch. Gilt es das durch Verbote zu beenden oder müssen wir jetzt ganz besonders gegen Einschränkung und für Meinungsfreiheit kämpfen.
Unsere Gäste im Studio
- Dr. Sabine Schiffer, Medienpädagogin, Institut für Medienverantwortung
- Prof. Dr. Rudolf Egg, Kriminologe, Kriminologische Zentralstelle e.V.
- Arnold Plickert, Polizeihauptkommissar, stellv. Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei NRW
Stand: 27.07.2011, 16.36 Uhr
Kommentare zum Thema (30)
letzter Kommentar: 29.07.2011, 10:49 Uhr
- Ralf schrieb am 29.07.2011, 10:49 Uhr:
- Den Ausführungen meiner beiden Vorgänger (Herrn Bolczek und Herrn Besendonk) gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Im traurigen Fall Oslo konnten wir auf allen Kanälen hören: "Bei dem Täter handelt es sich um einen großgewachsenen blonden Norweger" Im Fall eines islamischen Terroranschlages habe ich noch nie gehört; "Bei dem Täter handelt es sich um einen dunkelhäutigen, schwarzhaarigen Maroccaner". Alles ganz in der Tradition des DDR Journalismus.
- Oliver schrieb am 29.07.2011, 09:29 Uhr:
- Ich möchte mich hiermit den Anmerkungen von Torsten anschließen. Die Äußerungen von Herrn Plickert zeigen, dass er offensichtlich noch nicht einmal den Unterschied zwischen Waffenschein und Waffenbesitzkarte kennt und in diesem Zusammenhang ein falsches Bild zum legalen Waffenbesitz in der Öffentlichkeit verbreitet. Ich bin über diese unqualifizierten Äußerungen sehr verärgert und werde deshalb aus der GdP austreten.
- Arno Besendonk schrieb am 29.07.2011, 06:55 Uhr:
- Wieviel Lüge verträgt der Normalbürger ohne Murren? Der WDR hat es lange ausgetestet und bei Berichten über die Festnahmen Krimineller von "Personen" schwadroniert und diese dann nur von der Hüfte abwärts gezeigt. Hat ein Interview meines Vaters zum Thema Gewalt im Sport so kastriert, dass nur noch Offenkundiges veröffentlicht und Ross und Reiter im Dunklen blieben. So erzeugt man Unmut in der Bevölkerung, die sich und ihre Probleme nicht Ernst genommen sieht, so erzeugt man Fremdenphobie weil im Alltag erlebte Probleme als nicht existent dargestellt werden, so bereitet man den Boden für Rechtspopulisten!
- hans schrieb am 29.07.2011, 02:32 Uhr:
- ein aspekt der emnanzipation wird immer vergessen: selbst definition einer gruppenbildung. axel heise sagt die medien schieben alles auf die individuen. nun, die gesamte politik und taktik der managements scheint darauf angelegt, den menschen zu vereinzeln, und dann den dadurch empfundenen mangel zu "heilen" indem der mensch dann in einen konzern, eine lobby, einen thinktank als schäfchen eingegliedert werden soll. aber das ist halt eine ungesunde BORG methode, die der gesamtheit wenig kraft und flexibilität gibt. für das kulturproblem sehe ich nur ein lösung im kleinen, jedes stadtviertel muss lernen, mit seinem inhalt zurecht zu kommen, und da steht nicht westen gegen orient sondern der kölner gegen den teheraner die so ihre lieblingskneipen oder teestuben haben, hip-hop oder bob markey oder wagner hören, und den spazioergang im park geniessen.
- Torsten schrieb am 29.07.2011, 01:51 Uhr:
- Und zur nochmaligen Verschärfung des Waffengesetzes kann ich nur sagen, man sollte das bestehende Waffengesetz so kontrollieren wie es geschrieben steht! Dann erübrigt sich jede Überarbeitung! Und die Annahme, das ein schärferes Waffengesetz Straftaten verhindert, ist Blödsinn! Denn Legal erworbene und vorschriftsmäßig gelagerte Waffen werden kaum für Straftaten benutzt, und gegen illegale Waffen und falsche Aufbewahrung hilft auch das beste Waffengesetz nicht! Also sollte doch hier der Ansatz gefunden werden!
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