WDR 2 Arena - Streit um den Biotreibstoff E10: Tank oder Teller?
Biosprit aus nachwachsenden Rohstoffen galt lange als Ausweg aus der Energiekrise. Ist E10 aber doch nur eine Mogelpackung? Diskutieren Sie darüber mit unseren Experten.

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Biosprit in der Diskussion: Getreide wird zunehmend auch zur Energiegewinnung genutzt
Biosprit aus nachwachsenden Rohstoffen galt lange als Ausweg aus der Energiekrise. Doch anders als erhofft, können die Kraftstoffe vom Acker den Klimawandel nicht aufhalten. Stattdessen verschärfen sie offenbar das Problem des Hungers auf der Welt. Denn wo Energiepflanzen wachsen, werden keine Nahrungsmittel angebaut. Nun fordert Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) – angesichts der weltweit steigenden Lebensmittelpreise – den Verkauf von Biosprit an deutschen Tankstellen auszusetzen und hat damit eine Diskussion ausgelöst, die weit über "E10" hinausgeht.
Ist E10 nur eine Mogelpackung und wie entscheiden Sie an der Zapfsäule? Was spricht für, was gegen Treibstoffe wie Bioethanol, Biodiesel oder Biogas? Erkaufen wir uns ein ökologisch gutes Gewissen auf Kosten von Kleinbauern in der Dritten Welt? Hungern anderswo Menschen, weil wir auf der Überholspur leben? Oder sind solche Zusammenhänge an den Haaren herbeigezogen?
Diese Fragen diskutieren wir mit drei Experten und unseren Hörern, die sich per kostenloser Telefon-Hotline, via Facebook und Gästebuch oder per Mail an wdr2@wdr.de an der Sendung beteiligen können.
Unsere Gäste im Studio
- Helmut Lamp, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Bioenergie
- Martin Hofstetter, Diplom-Landwirt und Agrarexperte bei Greenpeace
- Jürgen Döschner, Energieexperte aus der WDR Wirtschaftsredaktion
Stand: 22.08.2012, 15.00 Uhr
Kommentare zum Thema (25)
letzter Kommentar: 23.08.2012, 21:01 Uhr
- Daniel Maga schrieb am 23.08.2012, 21:01 Uhr:
- Das Ziel kann es nicht sein E10 abzuschaffen, sondern Biotreibstoffe öklogisch und sozial verträglich bereitzustellen. Zudem sollten andere regenerative Energien ausgebaut werden und Energiespeicher entwickelt werden. An den Stellen wo Biotreibstoffe durch andere regenerative Technologien ersetzt werden können, sollte geprüft werden, welche Technologie die nachhaltigere ist. Das tanken fossilen Treibstoffs ist keine nachhaltige Lösung.
- Hans Preckel schrieb am 23.08.2012, 20:54 Uhr:
- Bio-Sprit kann auch aus Algen gewonnen werden. Spanien macht es vor.
- Matthias Willig schrieb am 23.08.2012, 20:52 Uhr:
- Ich finde die Diskussion im Studio schon spannend - es hat jeder Diskutant Argumente, die ziehen. Eine einzige Wahrheit hat aber leider keiner! Es ist also immer eine Frage der Abwägung, ob man den Teufel mit dem Belzebub austreibt. Um möglichst ganzheitlich abwägen zu können, sind ethische, umweltrelevante und wirtschaftliche Aspekte für UNSER Land zu klären. Basis könnte eine Ökobilanz sein, in der alle Aspekte einfließen. Es darf aus ethischen Gründen kein Getreide oder Mais zu Sprit verarbeitet werden. Flächen, die speziell für die Energieproduktion bewirtschaftet werden, werden natürlich auch maximal mit Düngemitteln und Pflanzenschutz-Mitteln behandelt - das ist umweltrelevant nicht vertretbar! Biologische Abfälle zu verwerten ist dagegen anzustreben. Beste Grüße! Agraringenieur und Umweltgutachter
- Anonym schrieb am 23.08.2012, 20:47 Uhr:
- Warum wird das Thema Hunger auf E10 reduziert? Könnte man nicht auch über die tägliche Vernichtung von Agrarland oder den ertraglich doch sehr hinterher hinkenden Ökolandbau sprechen? Ist wohl zu schwierig oder zu unpopulär.
- Michael Wagener schrieb am 23.08.2012, 20:46 Uhr:
- Das Thema ist doch gar kein Thema. Hat mal jemand selbst nachgeprüft und nicht einfach den Zahlen der anderen vertraut? Ich bin einfach mal 1200km mit E10 und dann 1200km mit E5 gefahren. Ergebnis: 6% weniger Reichweite mit E10. Aber E10 ist NICHT 6% billiger! Es lohnt einfach nicht. Und deswegen tanke ich's nicht. Also was soll diese Diskussion? Lasst es doch einfach. Grüße aus Dortmund.
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