WDR 2 Arena - NRW-Regierung will Wahlalter auf 16 senken Reif für den Urnengang?

Bei Kommunalwahlen ist es längst üblich, bei Landtagswahlen soll es künftig auch möglich sein: Wählen bereits mit 16 Jahren. Das möchte die NRW-Regierung durchsetzen. Doch wie sinnvoll ist das?


Junge Frau sitzt in einer Wahlkabine und füllt einen Wahlzettel aus
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Junge Frau in einer Wahlkabine

Ein Thema war im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen unumstritten. Die neue nordrhein-westfälische Landesregierung will das Wahlalter von derzeit 18 auf 16 Jahre senken. Die Jugendlichen seien reif genug für eine stärkere Beteiligung an politischen Prozessen. Schließlich habe sich bei Kommunalwahlen die Senkung des Wahlalters bewährt. Oppositionspolitiker und andere Kritiker warnen jedoch: Die Politik zwinge den Jugendlichen eine zu frühe Entscheidung auf, anstatt dass sie sich ohne Druck informieren und sich politische Positionen erarbeiten könnten.

Wer profitiert von jüngeren Wählern?

Wissenschaftler weisen darauf hin, dass junge Leute immer früher erwachsen werden, aber immer mehr Zeit brauchen, um sich beruflich und familiär zu orientieren. Um das Wahlalter bei Landtagswahlen zu senken, muss die Landesverfassung geändert werden, und dazu ist eine Zweidrittelmehrheit des NRW-Parlaments erforderlich. Sind Jugendliche tatsächlich reif genug, eine politische Entscheidung zu treffen und den Landtag zu wählen? Ist die politische Bildung an unseren Schulen überhaupt ausreichend? Würde sich Politik neu orientieren, wenn das Wahlalter gesenkt würde? Und gibt es eigentlich bestimmte Parteien, die davon mehr profitieren als andere?

Unsere Gäste im Studio

  • Dagmar Hanses, MdL-Grüne, Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend
  • Robert Orth, MdL-FDP, Vorsitzender des Rechtsausschusses
  • Alexandra Horster, Vorsitzende des Landesjugendrings NRW

Stand: 13.06.2012, 15.31 Uhr


Kommentare zum Thema (29)

letzter Kommentar: 14.06.2012, 22:38 Uhr

Julian schrieb am 14.06.2012, 22:38 Uhr:
Ich bin 16 und ich denke, das falls das Wahlrecht ab 16 durchkommt ( ich halte dies für sinnvoll) sowieso nur die 16-Jährigen wählen gehen werden, die eine politische Meinung haben, die Ahnung haben. Meist sogar mehr als einige Erwachsene... Wenn jemand so unglücklich Geburtstag hat, das er mit fast 18 nicht Wählen kann, kann er erst mit fast 23 wählen... Eventuell hat er dann schon eine Ausbildung abgeschlossen, 4 Jahre studiert/ Studium vielleicht schon beendet... War schon mehrere Jahre voll drin im eigenverantwortlichen Leben und hat aber noch keine politische Meinung abgeben dürfen, obwohl ihn die Ausbildungs-und Hochschulpolitik, die Wohnungspolitik, die Wirtschafts-und Finanzpolitik, die Steuererklärung, die Jobsuche, BaFöG, eventuell auch schon Familienpolitik und vieles mehr beschäftigt haben, seit über 4 Jahren ist dieser Mensch dann schon davon betroffen, durfte aber noch nie mitbestimmen... 16-Jährige können sehr wohl politisch mitendscheiden, wenn sie es wollen! De ...
Supergrobi schrieb am 14.06.2012, 21:59 Uhr:
Irgendwann muß man beginnen sie an die Verantwortung zu führen. Wenn ich mir anschaue was viele Jugendliche schon wissen und leisten (müssen) dann kann man auch über die Wahl mit 16 reden. Es geht mir dabei auch sehr um eine ausgewogene Abbildung der Gesellschaft und ein verantwortungsvolles Handeln im Interesse der kommenden Generationen. Das ist seit Ewigkeiten nicht gegeben und sollte dringend in den Vordergrund kommen. Wir leben in unter einem Regiment der Senioren und da ist die Wahl ab 16 ein kleiner Gegenpol.
Bernd schrieb am 14.06.2012, 21:57 Uhr:
Geht es hier wirklich darum jugendliche Bürger mehr und früher in die Demokratie einzubinden ? Warum wehren sich manche Parteien so vehement dagegen , wie sich andere vehement dafür aussprechen ? Final geht es doch nur um potentielle Prozentpunkte bei Wahlen. Der Vorstoß und eine etwaige Gesetzesänderung sind ehrenhaft und diskussionswürdig, sollten aber aber auf einem Bügerentscheid beruhen und nicht auf den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen im Landtag. Ansonsten würde immer ein fader Beigeschmack bleiben und unter Umständen ein Thema für die nächsten Landtagswahlen werden.
Conny schrieb am 14.06.2012, 21:46 Uhr:
Falsch! Niemand sagt, die Jugendlichen seien dumm. Aber sie sind "erst" 16. Sweet sixteen, naiv, leichgläubig, leicht zu beeinflussen. Es macht sie zu Werkzeugen. Und davor muss man sie doch auch schützen. Es sind immer noch halbe Kinder. Auch, wenn sie schon lange nicht mehr so aussehen. Sie sehen viel, erleben viel. Ja sicher. Jede Generation mehr als die andere. Aber macht sie das reifer? Überlegener? Nö. Ich sag mal so... Nur, weil ich mir die Stöckelschuhe von meiner Mutter angezogen habe, konnte ich noch lange nicht drin laufen
Supergrobi schrieb am 14.06.2012, 21:24 Uhr:
Wäre dies das Forum von Einslive, sähe es sicher anders aus. Wäre es das Forum von WDR4 ebenfalls. Wenn "wir Erwachsenen" mit der Weitsicht handeln und schreiben würden die sie sich alleine zuschreiben, wäre es vielleicht auch nicht so einseitig und so polemisch wie die Fragen nach Haftung oder "Künstler" als Politiker. Wenn es so wäre, müssten wir dann nicht Heino, Wolfgang Petry und Lothar Matthäus in der Politik haben? Eben! Man darf doch nicht so arrogant sein und die jungen Menschen zu dummen Menschen zu stempeln ohne nach dem eigenen Beitrag zur Bildung der kommenden Generationen zu fragen. Gruß.

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