WDR 2 Servicezeit - Zahnpflege Kraftvolle Beißerchen

Von Patrick Kremers

Die Entzündung des Zahnbetts ist chronisch und muss ein Leben lang behandelt werden, sonst droht frühzeitig Zahnausfall. Sorgfältige Mundhygiene zu Hause und regelmäßige Zahnarzttermine können die Krankheit aber bändigen.

Strahlend weiße Zähne - damit werben fast alle Zahnpflegeprodukte. Die Realität sieht aber häufig anders aus als die Bilder auf den Verpackungen. Viele Menschen haben Probleme mit ihren Zähnen: Mal sind sie schief, mal verfärbt oder sie bereiten Schmerzen. Wer seine Zähne richtig pflegt, kann sich viel Ärger ersparen. Schließlich geht niemand gerne zum Zahnarzt.


Kinder putzen sich mit ihrer Mutter zusammen die Zähne
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Kinder putzen sich mit ihrer Mutter zusammen die Zähne

Gründlich Zähne putzen

Die richtige Mundhygiene beginnt beim regelmäßigen Zähneputzen. Mindestens zweimal am Tag sollte man den bakteriellen Belag auf den Zähnen gründlich entfernen, sonst drohen unangenehme Folgen wie Mundgeruch, Karies, Zahnfleischrückgang oder sogar Parodontitis, die chronische Zahnbettentzündung. Allerdings: Viele Menschen putzen ihre Zähne nicht gründlich genug. Es reicht nicht aus, nur die Flächen zu putzen, die man beim Sprechen oder Lachen sieht. Wichtig sind auch die Innenflächen und die Zahnzwischenräume.

Die richtige Zahnbürste

Viele Leute haben ihre Handzahnbürste gegen eine elektrische Zahnbürste ausgetauscht. Die reinigen nicht nur gründlicher, sie haben noch einen weiteren Vorteil: In manchen Modellen sind Zeituhren eingebaut, die ein Signal geben, wenn man sich lange genug die Zähne geputzt hat. Wer das nicht hat: Eine gründliche Reinigung dauert etwa fünf Minuten.

Zum Reinigen der Zahnzwischenräume kann man entweder Zahnseide oder eine spezielle Zahnzwischenraumbürste benutzen. Beide helfen beim Entfernen von Speiseresten zwischen den Zähnen und sind somit eine sinnvolle Ergänzung zur Zahnbürste. Auch die fleißigsten Putzer bekommen ihre Zähne aber nie ganz sauber. Deshalb empfehlen Experten etwa einmal im Jahr eine sogenannte Professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt machen zu lassen. Dabei werden alle Zähne gründlich gereinigt und anschließend poliert. Solche profesionellen Zahnreinigungen muss der Parodontitispatient aber meist aus der eigenen Tasche zahlen. Je nach Aufwand und Zahnarzt kann das zwischen 60 und 130 Euro kosten.

Schlechter Atem?

Er entsteht manchmal selbst dann, wenn man sich gründlich die Zähne geputzt hat. Der Grund: Die raue Zunge ist für Bakterien der ideale Ort, um sich zu vermehren. Hier helfen Mundbürste oder Mundschaber. Wer zusätzlich Mundspüllösungen verwendet, geht auf Nummer sicher. Kleiner Tipp: Gegen Mundgeruch helfen Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz und viel Flüssigkeit, am besten Wasser oder schwarzer Tee.

Den richtigen Zahnarzt finden

Wichtig ist: Beim Zahnarzt sollte man sich wohl fühlen können. Wer ein ungutes Gefühl hat, sollte sich deshalb lieber eine andere Praxis suchen. Idealerweise sollte man jedes halbe Jahr einmal zur Kontrolluntersuchung gehen. Der Arzt schaut sich die Zähne dabei genau an und zeichnet alle Veränderungen seit dem letzten Besuch gründlich auf. Der Vorteil: So werden Krankheiten oder andere Probleme früh erkannt und können sofort behandelt werden.

Vergleichen lohnt sich

Anfang 2012 trat eine überarbeitete Gebührenordnung für Zahnärzte in Kraft, damit sind auch die Honorare gestiegen. Das trifft die Patienten, denn viele Leistungen werden von den gesetzlichen Kassen nicht komplett übernommen. In diesen Fällen rechnet der Arzt nach der Gebührenordnung ab. Ein Preisvergleich vor einer umfangreichen Behandlung lohnt sich, denn Laborkosten und Honorarsätze unterscheiden sich manchmal von Arzt zu Arzt. Experten empfehlen, unbedingt bei einem zweiten Zahnarzt einen Kostenvoranschlag (Heil- und Kostenplan) einzuholen – auch wenn dafür noch mal zehn Euro Praxisgebühr fällig werden.

Ärger mit dem Zahnarzt

Wenn es nach einer Zahnbehandlung zu Problemen beim Patienten kommt, kann sich der Streit mit dem Zahnarzt lange hinziehen. Denn der Vertrag zwischen Patient und Zahnarzt ist ein Dienstvertrag: Der Arzt schuldet dem Patienten nur die Behandlung, nicht aber, dass diese auch erfolgreich anschlägt. Nur bei der technischen Ausführung zum Beispiel einer Prothese gilt ein Werkvertrag, der eine zweijährige Gewährleistungspflicht beinhaltet. Ist die Prothese mangelhaft angefertigt, muss der Arzt den Mangel beseitigen.

Schlichtungsstellen nutzen

Bei Behandlungsfehlern muss der Zahnarzt eventuell Schadenersatz und Schmerzensgeld zahlen. Allerdings: Die Beweislast für eine Pflichtverletzung liegt beim Patienten, nicht beim Arzt. Wer sich ein unter Umständen teures Gerichtsverfahren sparen möchte, kann es zunächst mit einer außergerichtlichen Einigung versuchen. Anlaufstelle sind die Patientenberatungsstellen der Zahnärztekammern. Können sich Arzt und Patient trotzdem nicht einigen, versucht die amtliche Begutachtungsstelle zu vermitteln, die ebenfalls bei der Kammer angesiedelt ist. Wenn auch das nicht fruchtet, hilft nur noch der Gang vor ein Gericht. 


Stand: 09.10.2012, 17.48 Uhr