WDR 2 Sonntagsfragen - Der Sommer vor 35 Jahren: Im Schatten der RAF
Über den Mord an Jürgen Ponto durch die RAF im Sommer 1977 mochte lange Zeit keiner der Angehörigen öffentlich sprechen. Schließlich war es Pontos Tochter Corinna, die sich entschloss, ihr Schweigen zu brechen.

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1977: Familienangehörige und Freunde des ermordeten Jürgen Ponto auf dem Weg zur Beerdigung, rechts im Bild Tochter Corinna
Jürgen Ponto war einer der mächtigsten Bankiers Deutschlands. Im Sommer 1977 wurde er von Susanne Albrecht, einer engen Freundin der Familie, an die RAF verraten und von den Terroristen Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar ermordet. Beide kamen ins Gefängnis, beide wurden vor ein paar Jahren entlassen, beide schweigen zu der Tat - bis heute.

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Die Opernsängerin und Autorin Corinna Ponto, Tochter von Jürgen Ponto
Mythenbildung statt Aufklärung
Auch die Familie von Jürgen Ponto hat lange geschwiegen, bis seine Tochter Corinna im letzten Jahr mit dem Buch "Paten-Töchter" an die Öffentlichkeit ging. "Ich hasse nicht die Täter, sondern die Rolle, in die sie mich gezwungen haben", sagt Corinna Ponto, die erleben musste, dass in der Geschichte des "Deutschen Herbstes" die nötige Aufklärung durch Mythenbildung ersetzt wurde.
Unverständnis über das Schweigen der Terroristen
Unverständlich bleibt ihr das Schweigen der Terroristen, die mit diesem Schweigen genau das wiederholen, was sie ihren Eltern als Mitläufern des NS-Regimes vorgeworfen haben.
Corinna Ponto / Julia Albrecht
Patentöchter. Im Schatten der RAF
Goldmann-Verlag
ISBN: 978-3-442-15713-6
8,99 Euro
Stand: 06.07.2012, 11.32 Uhr
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