Tipps für die Autowäsche Runter mit dem Salz

Von Frank Wörner

Tauwetter in NRW: Der Regen hat in vielen Regionen schon den letzten Schnee vom Auto gewaschen. Was bleibt, sind Schmutz und Rückstände von Streusalz. Wie geht das am besten wieder runter?


Runter mit Salz und Schmutz: Auto in der Waschanlage
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Runter mit Salz und Schmutz: Welche Wäsche ist am besten?

Einmal einfaches Waschen und Trocknen mit Bürstenreinigung? Oder doch lieber ein Komplettprogramm mit Heißwachs, Schaumbad, Felgenreinigung und Unterbodenschutz? Viele Autofahrer stehen eher ratlos vor den Angeboten an den Waschanlagen.

Die Waschanlage


Grundsätzlich unterscheiden sich die Anlagen dadurch, ob man den Wagen hineinfährt und er stehenbleibt, während der gereinigt wird, oder ob der Wagen auf einem Förderband durch eine Waschstraße mit den verschiedenen Stationen gezogen wird. Sauber wird das Auto in beiden Anlagen, die stationären schaffen am Heck des Fahrzeugs machmal ein etwas besseres Reinigungsergebnis. Wichtiger ist die Frage, womit die Autos gereinigt werden: Mit Schaumstoff, Textil oder Bürsten? Letztere sind aus der Mode gekommen, weil sie weniger schonend zum Lack sind. Textil und Schaumstoff sind die bessere Wahl.

Grundsätzlich zählt bei Auto-Waschanlagen der erste Eindruck: Sieht die Anlage gepflegt aus? Wirkt sie modern? Kommen andere Autos sauber heraus? Wenn diese Fragen mit "ja" beantwortet werden können, sollte einem Besuch nichts entgegenstehen. Von ungepflegten Anlagen, die die Fahrzeuge womöglich mit Schmutzresten verlassen, sollten Autobesitzer eher Abstand nehmen.

Das Waschprogramm


Es muss nicht unbedingt das teuerste sein! In der Regel reicht das einfachste Programm aus. Wichtiger als Aktivschaum, Hartwachs & Co. ist eine gute Vorreinigung, optimalerweise von Hand: Nur wenn der Schmutz schon angelöst ist, bevor die Bürsten ihn abwaschen, lassen sich Kratzer vermeiden. Wer sein Auto ohne Vorwäsche reinigen lässt, riskiert Schäden im Lack! Ein "Aktivschaum" kann helfen, den Schmutz zu lösen - ist aber meist nicht so wirksam wie eine gute Vorwäsche.

Sinnvoll kann dagegen eine Felgenreinigung sein - gerade bei Fahrzeugen mit Alufelgen. Aber auch hier kommt es auf die Vorbehandlung an, denn mit eingebranntem Bremsstaub sind die automatischen Waschanlagen oft überfordert. Bei der Unterbodenwäsche scheiden sich die Geister: Einige Experten empfehlen sie, gerade im Winter - andere raten davon ab, weil sie sowieso nicht alle Ecken und Winkel des Fahrzeugs erreicht und weil die Düsen angeblich häufig verstopfen. Stattdessen wird häufig empfohlen, manuell mit dem Hochdruck-Strahler den Unterboden zu reinigen - oder das Personal der Waschstraße zu bitten, dies zu tun.

Die Konservierung

Die meisten Waschstraßen bieten eine Konservierung mit Heißwachs an, das vor dem Trocknen auf das Fahrzeug aufgesprüht wird. Tests haben gezeigt, dass diese Art von Konservierung nicht lange hält - oft ist sie schon nach dem nächsten Regen kaum mehr vorhanden. Besser sind Waschstraßen, bei denen das Wachs mit den Bürsten eingearbeitet wird. Einige Anlagen bieten auch die Wachs-Konservierung per Handarbeit am Fließband an - allerdings gegen entsprechenden Aufpreis. Dafür ist das Auto in der Regel für mehrere Wochen oder sogar Monate ausreichend geschützt.

Der Preis

Bei den Kosten gibt es drastische Unterschiede. Ein Preisvergleich des Portals auto.de bei 700 deutschen Waschanlagen hat im Frühjahr 2012 ergeben, dass die Preisspanne je nach Stadt, Anlage und gewähltem Waschprogramm zwischen 3,20 und 19 Euro liegt.

Nordrhein-Westfalen liegt demnach bundesweit im Mittelfeld. Allerdings gibt es auch hier deutliche Unterschiede von Stadt zu Stadt. Als besonders teuer erwiesen sich beispielsweise Textil-Schaumwäschen in Bonn, Hamm, Remscheid, Wuppertal, Siegen, Bergisch-Gladbach, Mönchengladbach und Münster. Eher günstig war die Autowäsche in der Erhebung in Moers, Hagen, Gelsenkirchen, Duisburg, Oberhausen, Recklinghausen, Essen und Krefeld. Da sich die Preise auch in den einzelnen Städten von Anlage zu Anlage unterscheiden, lohnt sich ein Vergleich. Im bundesweiten Durchschnitt kostet eine Bürsten-Schaumwäsche 5,79 Euro, eine Textil-Schaumwäsche schlägt mit 6,59 Euro zu Buche.

Die SB-Wäsche

Wer sein Auto selbst wäscht, sollte den Schmutz zunächst mit viel Wasser anlösen - zum Beispiel mit dem Hochdruckreiniger in einer Selbstwaschbox. Erst danach beginnt die eigentliche Wäsche. Dafür sollte man einen weichen Lappen oder Schwamm verwenden, optimal sind solche aus Microfaser. Spezielle Auto-Schwämme schonen den Lack. Normale Haushaltsschwämme sollten dagegen auf keinen Fall verwendet werden: Sie sind für Autolacke nicht geeignet, schlimmstenfalls wird der Lack durch die Reinigung matt oder verkratzt!

Für die Wäsche sollte man ein mildes Reinigungsmittel verwenden. Bei der Wäsche immer von oben nach unten arbeiten: So wird das Auto wirklich sauber. Und immer viel Wasser verwenden, sonst können die Schmutzpartikel auf dem Lack Kratzer hinterlassen. Vorsicht bei Hochdruckreinigern: In Selbstwaschboxen ist in der Regel angegeben, welcher Mindestabstand bei den jeweiligen Programmen eingehalten werden muss. Dieser sollte auf jeden Fall eingehalten werden, ansonsten kann sich die Lackoberfläche anlösen!

Nach der Wäsche wird der Lack abgeledert oder mit einem speziellen Saug-Tuch aus dem Zubehörhandel getrocknet. Anschließend sollte der Lack gegen Umwelteinflüsse geschützt werden - am besten mit einem hochwertigen Wachs. Von Billigprodukten ist eher abzuraten: Sie halten meist nicht so lange wie Premium-Produkte - und sind durch die häufigere Anwendung unter dem Strich meist nicht wirklich preiswerter.


Stand: 29.01.2013, 10.31 Uhr