Tauschbörse für Lebensmittel: Foodsharing im Netz
Im reichen Deutschland landen Lebensmittel tonnenweise im Müll, dabei wäre ein Großteil davon noch genießbar. Das soll sich jetzt mit der neuen Lebensmittel-Tauschbörse foodsharing.de ändern. Initiator Valentin Thurn erklärt im WDR 2 Gespräch, wie die Plattform funktioniert.
Jeder Bürger in Deutschland wirft Lebensmittel im Wert von 235 Euro pro Jahr weg, dass sind insgesamt 20 Milliarden Euro. Zählt man bundesweit zu den Privathaushalten noch Industrie, Handel, Großverbraucher hinzu, werden sogar jedes Jahr 11 Millionen Tonnen Lebensmittel vernichtet - 134 Kilogramm pro Einwohner!
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Hat die Verschwendungssucht satt: Filmemacher, Autor und Aktivist Valentin Thurn (Fotostrecke 1)
Verschwendung mit unfassbarem Ausmaß
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- Audio: Valentin Thurn über dem Umgang mit Lebensmitteln: "Du sollst nicht verschwenden" (12.12.2012) Gudrun Höpker / Valentin Thurn, WDR 2 Westzeit
Der Filmemacher Valentin Thurn schockierte 2011 mit seinem Film "Taste the Waste", in dem er die globale Lebensmittelverschwendung beschreibt. Ein Film, der einiges in Bewegung brachte. Das Thema ist seitdem stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt, erklärte Thurn in der WDR 2 Westzeit. Doch noch immer lande zu viel Essen im Müll. Mit der Internetplattform foodsharing.de will Valentin Thurn dafür sorgen, dass gute Lebensmittel nicht in der Tonne, sondern auf dem Teller landen.
So funktioniert die Plattform
Jeder, der sich registriert hat, kann Lebensmittel, die er nicht mehr braucht, in einem "Lebensmittelkorb" anbieten. Der Korb kann dann von einem anderen Nutzer ausgewählt werden. Dann muss noch ein Übergabe-Treffpunkt ausgemacht werden. Je mehr Menschen mitmachen, desto besser wird das Prinzip also auch funktionieren. Denn nur wer in seiner Stadt ein entsprechend großes Angebot vorfindet, wird dieses lieber nutzen als den Supermarkt. Großer Vorteil: das Essen über foodsharing.de ist kostenlos.
Keine heiklen Sachen
"Wir haben eigentlich nur ganz heikle Speisen mit rohen Eiern und Schweinemett ausgeschlossen", so Thurn bei WDR 2. Bei Privatleuten könne man nicht immer davon ausgehen, dass die Kühlkette ununterbrochen gehalten wird. Bei foodsharing.de würden nicht die gleichen Haftungsbedingungen gelten wie im Supermarkt. "Man muss seinem Gegenüber schon ein Stück weit vertrauen", erklärte Thun.
Gemeinnütziger Zweck
Es hätten sich auch schon Supermärkte und Konzerne bei foodsharing.de gemeldet, erklärte Thun weiter. Doch deren abzugebende Waren würden allein für die so genannten Tafeln und andere karitative Zwecke abgegeben. "Wenn wir alle zu mehr Wertschätzung für Lebensmittel zurückfinden, haben wir wirklich etwas erreicht. "Es geht nicht nur darum, einen Salatkopf zu retten, sondern auch in den Köpfen der Menschen etwas zu bewegen."
Stand: 11.12.2012, 17.21 Uhr
- Audio: Valentin Thurn über dem Umgang mit Lebensmitteln: "Du sollst nicht verschwenden" (12.12.2012) Gudrun Höpker / Valentin Thurn, WDR 2 Westzeit
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