Rabattverträge der Krankenkassen: Neue Packung, neue Pillen
Sonst hat einem der Apotheker immer eine Packung mit runden blauen Tabletten in die Hand gedrückt – und plötzlich sind sie oval und weiß. Wegen der neuen Rabattverträge der Krankenkassen müssen sich Millionen gesetzlich Versicherte in Deutschland auf neue Arzneimittel einstellen.

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Eine Apothekenmitarbeiterin bei der Auswahl von Medikamenten
Bei vielen Krankenkassen sind zum Jahresbeginn neue Rabattverträge in Kraft getreten. Darin garantieren die Kassen, dass alle ihre Mitglieder, die ein bestimmtes Medikament brauchen, das nur von dem Hersteller verschrieben bekommen, mit dem die Kasse den Vertrag abgeschlossen hat. Dafür bekommen sie einen Preisnachlass - 2011 waren das mehr als 1,6 Milliarden Euro. Eine Ersparnis, ohne die viele Kassen nach eigener Auskunft Zusatzbeiträge hätten erheben müssen.
Apotheker an Verträge gebunden
Der Wechsel auf ein anderes Medikament funktioniert, weil viele Arzneimittel denselben Wirkstoff haben. Nur sehen die Mittel von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aus. Für Kranke bedeuetet das: Möglicherweise sind die Tabletten jetzt größer oder kleiner oder haben eine andere Farbe als im letzten Jahr. Der Apotheker darf auf Kassenkosten nämlich nur jene Arzneien herausgeben, für die die Kasse des Patienten den Rabattvertrag abgeschlossen hat.
Verunsicherte Patienten
Besonders ältere und chronisch Kranke sind durch die Umstellung verunsichert. Bei der Umstellung auf größere Tabletten kann es zu Problemen bei der Einnahme kommen, teilweise haben Patienten auch von neuen Nebenwirkungen der neuen Präparate berichtet. Ein weiteres Problem tritt auf, wenn die Kasse für einen Wirkstoff nur einen Vertrag mit einem einzigen Lieferanten geschlossen hat. Wenn die Apotheke diesen nicht auf Lager hat, dann muss sie ihn bestellen, was für den Kunden zeitaufwändige Verzögerungen bedeuten kann.
Zahlreiche Umstellungen
Seit 1. Januar gelten unter anderem Rabattverträge der IKK Classic über etwa 150 Wirkstoffe. Zum 1. Februar werden mehr als 40 Betriebs- und Innungskrankenkassen ihre Versicherten mit neuen Rabattarzneimitteln für mehr als 150 Wirkstoffe versorgen. Ebenfalls zum 1. Februar hat die Techniker Krankenkasse Rabattverträge für mehr als 20 Wirkstoffe abgeschlossen.
Stand: 10.01.2013, 15.21 Uhr
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