Beginn der Heizperiode: "Ein teurer Winter"
Am Montag (01.10.2012) hat die Heizperiode gegonnen. Laut Rechtsprechung dauert sie bis Ende April, wenn im Mietvertrag nichts anderes vereinbart ist. Für Mieter und Eigentümer stellt sich damit wieder die Frage, wie man hohe Heizkosten vermeidet.

-
Bild 1 vergrößern
+
Falsch heizen kann teuer werden
Audio
- Audio: "Es steht uns ein teurer Winter bevor": Interview mit Energieexperte Aribert Peters (01.10.2012) Jürgen Mayer / Aribert Peters, WDR 2 Morgenmagazin
"Es steht uns ein teurer Winter bevor", sagt Aribert Peters von der Interessengemeinschaft Bund der Energieverbraucher. Die Einkaufspreise der Gasversorger, die Ergasimportpreise und auch die Preise für Heizöl seien so hoch wie nie zuvor. Zwar sei irgendwann auch wieder mit einer Entspannung der Preise zu rechnen, aber "wann der Knick nach unten kommt weiß man nicht". Auf keinen Fall sollten Verbraucher das Risiko eingehen, plötzlich mit leerem Tank dazustehen. "Mindestens halb voll" sollte der Tank sein, rät Aribert Peters, "wer mutig ist, tankt ganz voll", denn auch ein weiteres Steigen der Preise sei vorerst denkbar. Der Grund für die branchenweit historisch hohen Preise liege in einer weltweiten Verknappung der Ressourcen.
Vorsicht bei Billigangeboten
Verbraucher, die mit Gas heizen, können kaum auf schwankende Preise spekulieren, aber "Gaskunden können natürlich den Anbieter wechseln." Bei einer Preiserhöhung durch den Anbieter bestehe darüber hinaus immer ein sofortiges Kündigungsrecht. Bei der Wahl des Anbieters sollten Verbraucher jedoch die Hände von Verträgen lassen "die allzu billig" sind, rät Aribert Peters. Manche Anbieter offerierten Konditionen, die so günstig seien, "dass das garnicht wahr sein kann." Auch Vorauszahlungen oder feste Bezugsmengen seien riskant, weil Kunden bei einer Überschreitung der vereinabarten Abnahmemenge oft kräftig draufzahlten.
Welche Rechte haben Mieter?
Audios
- Audio: "Ich habe Anspruch auf 20 Grad Raumtemperatur": Interview mit Elisabeth Gendziorra vom Deutschen Mieterbund - Teil 1 (01.10.2012) Stefan Quoos / Elisabeth Gendziorra, WDR 2 Westzeit
- Audio: "Im Härtefall kann ich die Miete mindern": Interview mit Elisabeth Gendziorra vom Deutschen Mieterbund - Teil 2 (01.10.2012) Stefan Quoos / Elisabeth Gendziorra, WDR 2 Westzeit
Der Betrieb und die Funktion der Heizung sind fast schon klassische Streipunkte zwischen Mietern und Vermietern. "Je nach Außentemperatur sollte es in der Wohnung nicht kälter als 20 Grad sein", erklärt Elisabeth Gendziorra vom Deutschen Mieterbund. Liegt die Temperatur in der Wohnung dauerhaft unter diesem Wert, besteht Anspruch auf Mietminderung. Bei Problemen mit der Heizanlage sollten Mieter aber nicht sofort auf Konfrontationskurs gehen, rät Gendziorra, oft reiche schon ein freundlicher Hinweis.
Mieter können Heizkosten aktiv senken
Die oberste Devise ist: nicht mehr heizen als nötig. Denn nur ein Grad weniger bedeutet eine Reduzierung des Verbrauchs um etwa sechs Prozent. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät außerdem dazu, die Temperatur nachts oder wenn niemand zu Hause ist abzusenken und Heizkörper im Bedarfsfall zu entlüften. Weitere Heiztipps der Verbraucherzentrale gibt es hier.
Kosten überprüfen
Wenn die Heizkosten trotzdem dauerhaft zu hoch sind, könnte eine Gebäudemodernisierung sinnvoll sein. Für die Überprüfung, ob die aktuellen Ausgaben angemessen sind, bietet der Deutsche Mieterbund online einen Heizkostencheck an. Auch die Frage, wie man gegebenenfalls Abhilfe schaffen kann, beantworten die Experten vom Mieterbund.
Beitrag zum Klimaschutz
Gefördert vom Bundesumweltministerium hat die gemeinnützige co2online GmbH Kampagnen für Klimaschutz und Energiesparen ins Leben gerufen. Auch mit seiner "Heizspiegelkampagne" will das Berliner Unternehmen dazu beitragen, die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Mieter und Hauseigentümer können sich beraten lassen, wie man Heizkosten senken und ärgerliche Nachzahlungen vermeiden kann.
Stand: 01.10.2012, 11.03 Uhr
Seite teilen
Über Soziale Medien