Risikofaktor Impotenz Zusammenhänge mit Herzkrankheiten

Starke Erektionsstörungen können ein Hinweis auf eine drohende Herzkrankheit sein. Das belegen jetzt die Daten einer neuen Studie. Betroffene Männer sollten demnach unbedingt ihr Herz untersuchen lassen.


Das Anatomische Modell von einem menschlichen Herz
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Alles hängt am Herzen: auch die "erektile Dysfunktion"

Impotenz wird es umgangssprachlich genannt, Ärzte sagen dazu: erektile Dysfunktion: ein Leiden, dass gar nicht wenige Männer im höheren Lebensalter treffen kann. Oft bedeutet das für die betroffenen Männer eine große psychische Belastung, für viele sinkt dadurch die Lebensqualität. Jetzt bekommt eine Impotenz aber noch eine andere Bedeutung – es kann ein Hinweis auf einen drohenden Herzinfarkt sein. Das legt eine aktuelle australische Studie nahe.

Erhöhtes Risiko


Es handelt sich um eine sehr große Studie, bei der die Daten von sehr vielen Patienten ausgewertet wurden. Und man sieht, dass die Männer, die an einer mittleren oder starken Impotenz litten, ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt oder ein anderes Herz-Leiden hatten, als Männer, die nicht impotent waren. Die Idee, dass eine Impotenz eventuell ein Hinweis auf einen drohenden Herzinfarkt sein könnte, gibt es schon länger. Das haben schon andere Studien angedeutet. Aber in dieser Studie zeigte sich jetzt einmal, dass es nicht nur um das Risiko eines Herzinfarkts, sondern auch von anderen Herzproblemen sein kann. Und, dass das Risiko umso stärker erhöht ist, je ausgeprägter die Impotenz ist.

Die Zusammenhänge

wie groß und wie lange eine Erektion andauert, das hängt davon ab, wie gut Blut in den Penis hinein und wieder abfließen kann. Es hat also etwas mit den Blutgefäßen zu tun, wie gut die funktionieren. Und man weiß, wenn die Blutgefäße im Körper geschädigt sind, beispielsweise durch Rauchen oder durch das Alter, dann steigt damit die Gefahr eines Herzinfarkts: weil dann eher ein Blutgefäß, dass den Herzmuskel versorgt, verstopfen kann. Und deswegen kann ein Problem mit der Erektion ein Hinweis sein: nämlich ein Hinweis auf Probleme mit den Blutgefäßen und damit auch auf drohende Probleme mit dem Herzen.

Neue Diagnoseansätze

Es unterstützt die Idee, bei Männern, die impotent sind, auf ein mögliches Herz-Kreislauf Problem hin zu untersuchen. Und zwar auch Männer, die bisher keinen Herzinfarkt oder ähnliches hatten. In der Studie war das nämlich egal, ob Männer früher schon einmal einen Herzinfarkt gehabt hatten – stets zeigte sich, dass Männer, die Schwierigkeiten mit der Erektion hatten, später häufiger an einem Herzleiden erkrankten oder verstarben, als Männer ohne Potenzprobleme.

Risiko für Herzinfarkt abschätzen

Dieser Zusammenhang besteht allerdings nicht immer. Aber in der Studie trat er bei so vielen Männern auf, dass man ihn nutzen sollte. Heutzutage werden ja verschiedene Dinge ausgewertet, um am Ende das Risiko für einen Herzinfarkt abzuschätzen: Blutdruck, Cholesterinspiegel, Blutfettwerte und auch der Lebenswandel (Alkohol, Rauchen). Da werden richtig Punkte vergeben, das wird quasi errechnet. In diese Rechnung kann der Grad der Impotenz nicht einbezogen werden – dazu müsste es noch weitere Studien geben, die einige weitere Punkte abklären. Die Autoren der Studie raten aber wie gesagt dazu, bei mittleren bis schweren Erektionsstörungen genauer zu untersuchen, ob eine Herz-Kreislaufkrankheit vorliegt.


Stand: 30.01.2013, 11.41 Uhr