WDR 2 Quintessenz - Leasing-Rückläufer Günstige Gebrauchte

Von Frank Wörner

Wer auf der Suche nach einen Gebrauchtwagen ist, sollte sich auch ehemalige Leasing-Fahrzeuge ansehen. Die Rückläufer sind teilweise deutlich günstiger zu haben als vergleichbar ausgestattete "normale" Gebrauchtwagen.


Mann hält ein ein Leasing-Angebot-Prospekt
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Mann hält ein ein Leasing-Angebot-Prospekt

Aus "1. Hand"

Leasingrückläufer sind Fahrzeuge, die als Neuwagen im Rahmes eines Leasing-Vertrags zugelassen worden sind. Nutzer sind meist Geschäftsleute oder Unternehmen. Für sie liegt der Vorteil neben der begrenzten Nutzungsdauer, nach der sie den Wagen einfach zurückgeben, darin, dass sie weniger Kapital brauchen als für den Kauf des Fahrzeugs. Außerdem ist Leasing für sie oft steuerlich vorteilhaft. Die Autos werden dann nach Ende der Nutzungszeit von der Leasinggesellschaft verkauft - denn sie ist die ganze Zeit Eigentümer des Wagens. Leasingrückläufer sind somit Fahrzeuge aus "erster Hand" - ein Vorteil auch bei einem späteren Verkauf.

Laufleistung und Alter

Die Rückläufer sind teilweise nur ein Jahr alt und haben wenige tausend Kilometer gelaufen, manche sind aber auch sieben oder acht Jahre alt - mit entsprechend hoher Laufleistung. Die meisten Leasingfahrzeuge werden allerdings nach zwei bis vier Jahren zurückgegeben, der Kilometerzähler zeigt dann in einigen Fällen weit über 100.000 Kilometer an, Diese Autos sind entsprechend günstig zu haben. Aber auch Fahrzeuge in gutem Zustand mit weniger als 100.000 Kilometern werden häufig günstiger angeboten als andere Gebrauchte auf dem Markt.

Vorteil: Gute Ausstattung, penible Wartung

Ein typisches Leasingfahrzeug, das etwa ein Unternehmen einem Mitarbeiter als "Dienstwagen" zur Verfügung gestellt hat, ist meist gut ausgestattet. In letzter Zeit achten viele Unternehmen auch auf einen niedrigen Verbrauch. Da bei der Rückgabe sogar kleinere Schäden dem Nutzer in Rechnung gestellt werden, achtet er in der Regel aus eigenem Interesse auf einen pfleglichen Umgang mit dem Wagen. Auch die Service-Intervalle werden meist genau eingehalten, da die Leasinggesellschaften darauf großen Wert legen. Vor dem Verkauf werden Schäden wie Kratzer und kleinere Dellen meist noch beseitigt, so dass der Wagen optisch (fast) wie ein Neuwagen dasteht.

Nachteil: Unbekannter Erst-Nutzer

Einen Haken haben Leasingrückläufer: Sie werden von ihren Erst-Nutzern oft als reine Gebrauchsgegenstände angesehen - und entsprechend behandelt. Wer von Anfang an weiß, dass er das Auto nicht jahrelang behalten muss, sondern es nach drei oder vier Jahren ohnehin zurückgibt, geht möglicherweise entsprechend wenig rücksichtsvoll mit dem Wagen um. Andererseits gilt oben Gesagtes: Schäden und Mängel werden dem Nutzer in Rechnung gestellt - "verheizen" kann er den Wagen also nicht. Die oft hohe Kilometerlaufleistung steht ebenfalls erst einmal auf der Nachteil-Seite; allerdings muss man auch bedenken, dass die Leasingfahrzeuge oft auf Langstrecken bewegt werden und dabei deutlich weniger verschleißen als Fahrzeuge, die immer nur für kurze Strecken eingesetzt werden. Die hohe Zahl auf dem Kilometerzähler muss also kein Nachteil sein.

Deutliche Ersparnis

Vergleiche haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sich mit Leasingrückläufern viel Geld sparen lässt - teilweise mehrere tausend Euro. Häufig sind die Fahrzeuge zehn bis 20 Prozent günstiger als vergleichbare "normale" Gebrauchtwagen, auch wenn es bei Leasingrückläufern natürlich keine "Schnäppchen-Garantie" gibt. Besonders groß ist die Ersparnis bei gut ausgestatteten Fahrzeugen aus der oberen Mittelklasse oder der Oberklasse, also typischen "Geschäftswagen." Hier können Privatkäufer oft einen Wagen aus einer höheren Klasse für dasselbe Geld erwerben, für das sie sonst nur einen kleineres Auto bekämen.

Händler finden


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Viele Leasinggesellschaften verkaufen die Rückläufer inzwischen direkt auch an Privatkunden. Meist laufen die Geschäfte über das Internet. Vorteil dabei: Ein Zwischenhändler fehlt, der sonst am Verkauf mitverdienen würde - eine weitere Ersparnis für den Kunden also. Daneben gibt es Händler, die sich darauf spezialisiert haben, Leasingrückläufer aufzukaufen und dann an Privatkunden oder andere Händler weiterzuverkaufen. Wer sich für einen Leasingrückläufer interessiert, kann auch beim Autohändler vor Ort fragen, ob es entsprechende Angebote gibt. Die Auswahl ist auf den Internetplattformen der Leasinggesellschaften aber meist deutlich größer.


Stand: 04.10.2012, 09.00 Uhr