WDR 2 Quintessenz - Bares für alte Handys Immer die neueste Technik

Von Jörg Brunsmann

Derzeit gibt es eine regelrechte Welle von neuen Handys. Für das iPhone 5, das am kommenden Freitag (21.09.) in den Handel kommt, hat Hersteller Apple schon jetzt mehr als zwei Millionen Vorbestellungen. Auch Nokia hat neue Smartphones vorgestellt, Samsung und Motorola ebenfalls. Für viele ist die Versuchung groß, jetzt auf ein neues Handys umzusteigen – und das alte möglichst günstig zu verkaufen.


Mehrere alte Handys
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Mehrere alte Handys

Online-Auktion

Die meisten Wege zum schnellen Verkauf führen über das Internet. Der Online-Auktionsanbieter eBay beispielsweise wirbt derzeit offensiv um Verkäufer. „Das neue iPhone 5 kommt; jetzt für das iPhone 4s bis zu 450 Euro kassieren“, heißt es auf der Internetseite. Das klingt erst einmal gut, hat allerdings einen Haken: eBay will an dem Verkauf kräftig mitverdienen. Bei einem Verkaufspreis von 450 Euro werden mehr als 40 Euro an Angebotsgebühren und Verkaufsprovision fällig.

Zudem wird längst nicht jeder den erhofften Höchstpreis von 450 Euro bekommen – in den kommenden Wochen, wenn die neuen Smartphones auf den Markt kommen, wird es wohl ein deutliches Überangebot an Gebrauchthandys geben. Ob sich die Lage danach bessert und ältere Handys in den kommenden Monaten wieder höhere Preise erzielen, ist auch fragwürdig. Gerade bei Handys gibt es einen schnellen Preisverfall: Innerhalb eines halben Jahres können die Gebrauchtpreise durchaus um 50 oder gar 100 Euro fallen.

Attraktive Präsentation

Wichtig ist es, dass man sein Gebrauchtgerät möglichst gut anbietet und beschreibt. Dazu gehört auch, Macken und Kratzer offen zu nennen. Gute Fotos sind zudem Pflicht – niemand kauft gerne die Katze im Sack. Außerdem ist der Verkauf eine gute Gelegenheit, auch Zubehör mit loszuwerden. Das gilt insbesondere für das iPhone: Apple hat mit dem neuen iPhone 5 den Anschluss des Gerätes geändert, so dass altes Zubehör wie Ladegeräte nicht mehr passen. Beim Gebrauchtverkauf kann aber genau dieses Zubehör für mehr Käuferinteresse und damit den ein oder anderen zusätzlichen Euro sorgen.

Ganz wichtig auch: Das Handy sollte ohne irgendwelche Sperren sein. Wer sein Gerät über einen Mobilfunkanbieter zu einem vergünstigten Preis bezogen hat, hat oft ein gesperrtes Gerät, das keine anderen SIM-Karten zulässt. Diese Sperre muss man vom Mobilfunkanbieter entfernen lassen. Nach zwei Jahren geht das in der Regel kostenfrei. Einfach das gesperrte Handy zu verkaufen, ist die schlechtere Alternative – der mögliche Verkaufspreis wird dadurch enorm gedrückt.

Alternative Kleinanzeigenportal

Wer Angebots- und Verkaufsgebühren der Online-Auktionshäuser umgehen möchte, findet im Internet inzwischen durchaus Alternativen. Vor allem Kleinanzeigenportale wie kalaydo, quoka oder ebay Kleinanzeigen (ein vom Auktionshaus eBay komplett getrennter Bereich) haben sich in den letzten Jahren etabliert. Der Vorteil: Das Standardangebot ist hier in der Regel kostenlos und auch beim Verkauf fallen keine weiteren Gebühren an.

Dafür muss man sich hier allerdings um mehr Dinge selbst kümmern – es gibt keine Kaufabwicklung oder ähnliche Hilfen. Zudem kann man Artikel nicht versteigern und darauf hoffen, dass Kaufinteressenten sich gegenseitig überbieten. Man sollte also schon eine einigermaßen klare Vorstellung davon haben, was das alte Handy noch bringen soll. Gibt es innerhalb der ersten Tage keinerlei Angebote, kann man mit dem Preis immer noch heruntergehen.

Von Privat an Profi-Ankäufer

Eine dritte Möglichkeit, sein altes Handy schnell per Internet loszuwerden, sind Profi-Aufkäufer. Es gibt inzwischen Dutzende von Unternehmen, denen man sein Gerät anbieten kann und die es dann weiterverkaufen. Auch hier ist eBay mit im Geschäft (unter dem Namen "eBay Sofortverkauf"); es tummeln sich dort aber auch Anbieter wie flip4new, Momox oder reBuy. Wer im Internet nach "Re-Commerce" sucht, wird schnell noch weitere Anbieter finden.

Der Vorteil: Man muss sich als Verkäufer nicht großartig kümmern oder verhandeln: Wenn man das Gerät dem Profi-Ankäufer anbietet, nennt einem dieser den Ankaufspreis. Ist man sich handelseinig, verschickt man das Handy innerhalb einer bestimmten Frist und hat damit alles erledigt. Allerdings sind die Preise der Profi-Ankäufer in der Regel recht niedrig – sie wollen ja selbst am Wiederverkauf noch etwas verdienen. Für ein iPhone 4S in gutem Zustand werden beispielsweise etwa 340 Euro geboten.


Hinzu kommt: Für die Profi-Gebrauchtkäufer sind nur Geräte mit allenfalls geringen Gebrauchsspuren und in komplettem Lieferumfang interessant. Zusätzliches Zubehör wird hier in der Regel gar nicht honoriert.


Stand: 19.09.2012, 09.00 Uhr