WDR 2 Quintessenz - Aromastoffe: Nichts für Allergiker
Ein Erdbeerjoghurt ist nicht unbedingt ein Erdbeerjoghurt, auch wenn es so schmeckt. Es sind oftmals Aromen, die dafür sorgen, dass zum Beispiel ein Joghurt nach einer bestimmten Frucht schmeckt. Aromastoffe werden eingesetzt, um Produkte interessanter zu machen oder die aromawirksamen Substanzen, die bei der Herstellung verloren gehen, auszugleichen.

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Erdbeerjoghurteis und Gummibaerchen
Es gibt etwa 4.500 Aromastoffe. Circa 3.000 Aromastoffe dürfen in der EU verwendet werden, ohne dass die genauen Substanzen auf der Verpackung angegeben werden müssen. Deshalb sollten gerade Allergiker aufpassen.
Aroma
Der einfache Hinweis "Aroma" kann sowohl ein künstlicher als auch ein naturidentischer Aromastoff sein.
Natürliches Aroma
Nur wenn zum Beispiel eine Bezeichnung wie "natürliches Vanillearoma" bei den Zutaten vermerkt ist, stammt der Geschmacksstoff auch tatsächlich aus dem namensgebenden Lebensmittel, in dem Fall also der Vanille.
Natürlicher Aromastoff
Natürliche Aromastoffe haben nur die Struktur des natürlichen Aromas. Der Name verspricht lediglich, dass das Aroma aus einem natürlichen Rohstoff gewonnen wurde. Der Hinweis "natürlich" bezieht sich nur auf den Gewinnungsprozess, und der Geschmackshinweis besagt nicht zwingend, dass das Aroma aus dem namensgebenden Lebensmittel gewonnen wurde. Teilweise werden Aromen sogar aus Schimmelpilzen gewonnen.
Naturidentischer Aromastoff
Ein naturidentischer Aromastoff wird aus chemisch definierten und aromawirksamen Stoffen, die ihrerseits naturidentisch sind, hergestellt. Naturidentische Stoffe haben ein natürliches Vorbild in der Natur, werden aber synthetisch hergestellt. Der Begriff des naturidentischen Aromastoffs ist in Deutschland rechtlich in der Aromenverordnung der Europäischen Union definiert.
Künstlicher Aromastoff
Künstlicher Aromastoffe werden synthetisch hergestellt und können aus verschiedenen, chemischen Substanzen bestehen. Die Zusammensetzung ist dabei oft sehr komplex.
Zunehmende Aromatisierung
Audio
- Audio: WDR 2 Quintessenz: Aromastoffe (12.11.2012) Andreas Braun, WDR 2 Zwischen Rhein und Weser
Allergiker sollten genau hinschauen, welche Aromastoffe in einem Lebensmittel enthalten sind. Trägersubstanzen, wie zum Beispiel Sojalecithin oder Weizenstärke, mit denen die Aromastoffe in die Lebensmittel eingebracht werden, können Allergien auslösen. Die zunehmende Aromatisierung kann außerdem für Kinder ein Problem werden, weil viele durch die Geschmacksverstärkung keinen Bezug mehr zu natürlichen Lebensmitteln mehr haben. Die Kinder verlieren den Geschmack und die Lust an echten Lebensmitteln.
Stand: 12.11.2012, 09.39 Uhr
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