WDR 2 Quintessenz - Bausparverträge im Test: Häufig zu teuer
Grundsätzlich eine gute Idee, sagen die Experten der Zeitschrift Finanztest über das Bausparen. Ob für die Modernisierung eines alten Hauses oder den Kauf eines neuen Eigenheims: Mit einem Bausparvertrag können sich Hausbesitzer und die, die es werden wollen, den derzeit niedrigen Zins auf Jahre sichern.

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Die Finanzierung des Eigenheims sorgfältig planen
Der Test
Sieben verschieden Filialen der 22 Bausparkassen haben die Finanztester besucht, so dass am Ende 154 Angebote auszuwerten waren. Dabei gaben die Tester folgende Bedingungen vor: In vier Jahren soll eine Modernisierung durchgeführt werden, die 50.000 Euro kostet. 10.000 Euro sind bereits angespart und liegen auf einem Tagesgeldkonto, 400 Euro pro Monat können maximal angespart und später für die Finanzierung aufgewendet werden.
Das Ergebnis
Ein viertel aller Beratungen bewerten die Tester mit mangelhaft - aus verschiedensten Gründen. Teils ist die Sparrate oder Darlehensrate zu hoch angesetzt worden, statt zu den gewünschten vierhundert Euro wollte in Berater den Testkunden zu einer monatlichen Zahlung von 750 Euro verpflichten. In anderen Fällen wurde die Zeit bis zur Zuteilung zu lange veranschlagt: Das krasseste Beispiel im Test sah immerhin zehn Jahre vor, sechs mehr als von den Kunden angegeben. Kurz: die Vorgaben der Testkunden wurden oft einfach missachtet.
Viele Angebote waren außerdem viel zu teuer, weil falsche Tarife oder ungünstige Sparvarianten zugrunde gelegt wurden. So kam es dazu, dass Mitarbeiter ein und derselben Bausparkasse in unterschiedlichen Filialen sehr unterschädliche Verträge erstellt haben. Bei vielen Anbietern sei es deshalb Glückssache, so Finanztest, ob man ein gutes oder schlechtes Angebot bekommt.
Versteckte Gebühren
Im allgemeinen sind die Tester mit den Informationen über die Angebote, die sie bekommen haben, recht zufrieden. Meistens gab es alle wichtigen Produktinformationen schriftlich mit Anspar- und Tilgungsplan. Besonders ärgerlich allerdings: Einige Berater haben Gebühren wie die Abschlussgebühr, die zu Vertragsbeginn zu zahlen ist, verschleiert. Sie beträgt aber immerhin bis zu 1,6 Prozent der Bausparsumme – im Testfall also mehr als 500 Euro.
Sieger und Verlierer
Vier Bauparkassen verdienten sich mit ihren Angeboten die Note „gut“: Wüstenrot (1,6), LBS Bremen (1,8), LBS Baden-Württemberg (1,9) und LBS Nord (2,0). Die gleiche Anzahl findet sich aber auch mit der Note mangelhaft am Ende der Skala: HuK Coburg (4,6), LBS Ost (4,6), Deutsche Bank (5,2) und LBS Rheinland-Pfalz (5,3).
Der Rat der Tester
Audio
- Audio: WDR 2 Quintessenz: Bausparverträge im Test (17.07.2012) Hermann-Josef Tenhagen, WDR 2 Mittagsmagazin
Schon vor dem Beratungsgespräch sollten Kunden eine möglichst genaue Idee von ihrem Projekt haben: Wann soll es starten, wie viel wird es kosten, wie viel Geld habe ich dafür auf der hohen Kannte und wie viel kann ich monatlich zusätzlich entbehren? Auf diesen Kennzahlen sollten sie während der Beratung beharren, damit der Vertrag am Ende auch der persönlichen Situation entspricht. Wichtig: Holen Sie immer mehrere Angebote verschiedener Bausparkassen ein und lassen sie am besten von einem Experten - eventuell auch von der Verbraucherzentrale - prüfen. Außerdem gibt es Vergleichsrechner im Internet. Quelle: Finanztest 08/2012
Stand: 17.07.2012, 09.58 Uhr
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