WDR 2 Quintessenz - Öko-Wein Einheitliches Biosiegel

Von Sigrid Müller

Ob bei Tomaten, Trauben, Kaffee oder Bananen, Bio liegt im Trend. Das ist auch beim Wein nicht anders. Auf rund fünf Prozent der Anbaufläche produzieren deutsche Winzer inzwischen Öko-Trauben für edle Tropfen.


Ein Glas gefüllt mit Wein
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Ein Glas gefüllt mit Wein

Die Kennzeichnung auf den Flaschen war allerdings bisher ziemlich chaotisch. Ein einheitliches europäisches Label gab es nicht. Das wird jetzt anders. In Zukunft können  Verbraucher Bioweine auf einen Blick erkennen.

Das EU-Biosiegel auch auf Weinflaschen:

Mit der neuen Weinernte wird auf Flaschen mit Biowein das Europäische Bio-Siegel kleben. Dieses Siegel kennt inzwischen fast jeder, es ist das weiße Sternenblatt auf grünem Grund, das es für Bio-Lebensmittel schon seit zwei Jahren gibt. Für Biowein war dieses Signet bisher nicht zugelassen, weil es keine einheitlichen EU-Standards für den Anbau und die Herstellung von Bio-Wein gab.

Bisher verwirrende Kennzeichnung:

Bioweine mussten bisher verbindlich nur mit dem Hinweis "Trauben aus kontrolliert ökologischem Anbau" gekennzeichnet werden. Ansonsten gab es eine Fülle von Kennzeichen, vom Fantasiesignet, über die staatlichen Bio-Siegel, bis zu den Gütezeichen der Öko-Anbauverbänden. In Zukunft reicht das EU-Bio-Siegel mit der entsprechenden Nummer der Kontrollstelle. Außerdem darf auf dem Etikett  "Biowein" stehen. 

Was "Biowein" bedeutet:

Bio-Weine unterscheiden sich von konventioneller Ware vor allem durch die strengen Regeln für den Anbau der Trauben. In den Weinbergen sind, wie im Öko-Ackerbau, Pestizide und synthetischer Dünger verboten. Pflanzenschutz wird vor allem auf natürliche Weise betrieben und es werden besonders robuste Rebsorten verwendet.

Das EU-Siegel garantiert einheitliche Qualitätsstandards:

Mit der neuen Regelung gelten in der gesamten EU Mindeststandards nicht nur für den Anbau von  sondern auch für die Produktion im Weinkeller. Lange umstritten war der Einsatz von Schwefel zur Konservierung des Weins. Die Verwendung von Schwefel muss mit dem Hinweis "enthält Sulfite" gekennzeichnet werden, denn Schwefel kann Allergien verursachen. Nach der neuen EU-Richtlinie gibt es jetzt für Bio-Weine verbindliche Höchstwerte, die je nach Sorte bis zu einem Drittel unter den Höchstwerten von konventionell erzeugtem Wein liegen. Kritiker halten die erlaubten Mengen immer noch für zu hoch. Sorbinsäure als Konservierungsmittel ist verboten, ebenso wie gentechnisch veränderte Hefen.

Weine ganz ohne Schwefelzusatz:


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Vereinzelt gibt es Winzer, die ihre Weine ganz ohne Schwefelszusatz produzieren, das Verfahren ist allerdings schwierig und die Weine sind weniger lange lagerfähig. Ein Tipp für Menschen, die empfindlich auf Schwefel reagieren: Weine aus Eichenfässern, so genannte "Barrique" Weine, brauchen von Natur aus weniger Schwefelzusatz.             


Stand: 09.10.2012, 09.00 Uhr