WDR 2 Quintessenz - Daunendecken reinigen Frische Federn zu Hause

Von Anne Debus

Wenn Nächte und Schlafzimmer kühler werden, ist es Zeit, das Bett aufzurüsten. Sprich: Sommerdecke wegräumen, Winterfederbett herausholen. Beim Aufziehen der Bettwäsche steigt einem dann möglicherweise ein leicht muffiger Geruch in die Nase.


Junge Frau deckt sich zu
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Junge Frau deckt sich zu

Die dicke Daunendecke riecht nicht mehr wirklich frisch. Das ist der richtige Zeitpunkt, ihr eine Wäsche zu gönnen. Grundsätzlich ist das kein Problem, Daunen sind waschbar. Allerdings muss man einiges beachten, damit die Decke danach genau so locker und flauschig werden wie vorher.

Die nötige "Hardware":

  • Daunendecken und -kissen kann man nur zu Hause waschen, wenn man einen elektrischen Wäschetrockner zur Verfügung hat. Wenn man sie ohne Hilfsmittel an der Luft trocknen lässt, werden Daunen klumpig und fangen an zu stinken.
  • Für Daunendecken sollten sowohl Waschmaschine als auch Wäschetrockner ein Fassungsvermögen von mindestens je 6 Kilo haben. Sonst werden die empfindlichen Daunen zu stark zusammen gepresst, und die Decke kann sich im Trockner nicht wieder richtig entfalten. Falls Ihre Geräte kleiner sind, fahren Sie in einen Waschsalon: Dort stehen meist größere Geräte. Oder Sie investieren etwas mehr Geld und lassen die Decken in einer klassischen Reinigung oder einem Fachbetrieb reinigen.

Die richtige Wäsche:

  • Waschmittel: Verwenden Sie ein flüssiges Feinwaschmittel. Sowohl Vollwaschmittel als auch Weichspüler sind tabu: Vollwaschmittel würde den schützenden Fettfilm der Daunen zerstören. Weichspüler verklebt sie.
  • Programm und Temperatur: Wählen Sie ein Schonprogramm. Ideal ist 'Wollwäsche', 'Feinwäsche' geht auch. Waschen Sie bei 40 Grad, das schont Daunen und Umwelt und reicht für die normale Hygiene völlig aus. Falls Sie einen Hausstaub-Allergiker in der Familie haben, waschen Sie Daunendecken und -kissen bei 60 Grad. Bei dieser Temperatur werden Hausstaubmilben abgetötet.

Tipp: Kontrollieren Sie vorher die Nähte des Bezuges! Wenn eine Naht reißt, verteilen sich die Daunen in der Waschmaschine und verstopfen die Pumpe. Daunenkissen kann man deshalb sicherheitshalber zum Waschen in einen Wäschesack stecken. Decken sind dafür zu groß.

Einmaleins des Trocknens

  • Stellen Sie den Wäschetrockner auf 'schranktrocken' (mittlere Temperatur) und lassen ihn einmal komplett durchlaufen. Dauer: etwa 45 Minuten.
  • Dann nehmen Sie Decken oder Kissen heraus und schütteln sie von Hand gut auf. Danach wieder in den Trockner legen.
  • Geben Sie jetzt einen Tennisball mit in den Trockner. Er lockert die vom Waschen zusammengeballten Daunen auf und verteilt sie wieder gleichmäßig im Bezug. Vorsicht: Gelbe Tennisbälle färben ab, wenn die Decken noch zu nass sind. Deshalb gibt man sie erst beim zweiten Durchlauf dazu. Wer keinen Ball zur Hand hat, kann auch einen sauberen Leinen-Turnschuh nehmen (vorher in der Maschine waschen!)
  • Jetzt 20 Minuten nachtrocknen, wieder auf Stufe 'schranktrocken'.
  • Danach herausnehmen und kontrollieren. Wenn Decke oder Kissen noch leicht feucht sind, schütteln Sie sie erneut von Hand auf und stecken sie wieder für 20 Minuten in den Trockner.
  • Nachtrocknen und Aufschütteln wiederholen Sie so lange, bis die Daunen wirklich restlos trocken sind (bis zu vier Mal kann erforderlich sein).

Auf dieselbe Art können Sie auch Daunenjacken waschen und trocknen. Daunenschlafsäcke sind meist noch voluminöser als Decken, sie sollte man deshalb besser in die Reinigung geben.

Regelmäßig waschen

Kissen und Decken aus Daunen sollte man alle zwei bis vier Jahre waschen. Das hängt aber von der Beanspruchung ab. Wer stark schwitzt, kann sie auch ein bis zweimal mal im Jahr in die Maschine stecken.

Alternativen zum Waschen zu Hause:

  • Wenn Ihnen das aufwendige Trocknen zu mühsam ist, können Sie Daunendecken auch in die klassische Reinigung geben.
  • Fachbetriebe gehen noch gründlicher vor: Sie nehmen Daunen und Federn aus den Bezügen heraus. In einer speziellen Reinigungsmaschine werden sie dann befeuchtet und sterilisiert. In einem zweiten Schritt kann man Kissen und Decken auch aufarbeiten lassen. Dabei werden schadhafte Federn aussortiert und neue nachgefüllt. Das kostet allerdings für eine Bettdecke etwa 150 Euro und lohnt sich damit nur bei sehr hochwertigen Stücken. Die Namen solcher Fachbetriebe kann man in Bettengeschäften erfragen.

Die Pflege

  • Daunendecken sollten jeden Morgen aufgeschüttelt werden, damit sie trocknen können. Der schlafende Mensch verliert pro Nacht etwa einen halben Liter Schweiß. Der größte Teil davon zieht in Decke und Kopfkissen ein.
  • Verzichten Sie auf eine Tagesdecke. Wenn die Bettdecke frei auf dem Bett liegt, kommt mehr Luft daran.
  • Legen Sie Decken und Kissen auch mal zum Lüften ins offene Fenster oder über einen Wäscheständer auf dem Balkon.
  • Daunen können brechen. Verwenden Sie für Ihr Bettzeug deshalb keinen Teppichklopfer.
  • Wenn sich Staub an den Nähten des Bezuges abgesetzt hat, entfernen Sie ihn mit einer weichen Bürste, nicht mit dem Staubsauger.   
  • Daunendecken, die gerade nicht in Benutzung sind, sollte man nicht in geschlossenen Plastikhüllen aufbewahren. Sie müssen atmen können. Besser ist daher eine Stofftasche.

Tipp: Kassettendecken sollte man beim Aufschütteln nicht an zwei Ecken hochhalten. Zwischen den abgenähten Kassetten gibt es noch kleine Verbindungslöcher vom Befüllen. Durch sie können die Daunen nach unten durchrutschen. Legen Sie die Decke deshalb besser aufs Bett und schütteln sie dann Kassettenreihe für Kassettenreihe auf. So bleiben die Daunen gleichmäßig verteilt.


Stand: 05.10.2012, 08.00 Uhr