WDR 2 Quintessenz - Leichtes Gepäck E-Books zum Ausleihen

Von Julia Trahms

"Skoobe" steht rückwärts für "eBooks" und ist zur Zeit die einzige kommerzielle digitale Bibliothek. Sie wird seit Februar 2012 angeboten. Dabei handelt es sich um ein Start-up von Holtzbrinck und Bertelsmann. Über die entsprechende App kann man sich aus über 9.000 Büchern für derzeit 9,99 Euro im Monat Bücher auf sein iPhone, iPad oder den iPod touch laden.


Frau liest ein E-Book
Bild 1 vergrößern +

Frau liest ein E-Book


Audio

Bei Skoobe gibt es keine Beschränkung der Buch-Lizenzen. Das bedeutet, dass jedes Buch für jeden Leser immer sofort verfügbar ist. Die App ist kostenlos, übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen. Ist das Buch erst einmal ausgeliehen, kann man es auch im Offline-Modus lesen. Derzeit kann man so viele Bücher ausleihen, wie man möchte, maximal aber fünf gleichzeitig.

Die Skoobe-App läuft zurzeit nur auf dem iOS-Betriebssystem: Wer also kein Endgerät von Apple hat, kann die Bibliothek nicht nutzen. An einer Android-Version wird wohl gearbeitet, ein Erscheinungsdatum steht aber noch nicht fest. Durch die Bindung an Holtzbrink und Bertelsmann hat "Skoobe" vor allem die Bücher dieser Medienkonzerne im Angebot. Und: Ab dem 1. März 2013 darf man für die Gebühr von 9,99 Euro nur noch zwei Bücher im Monat leihen.

Die Alternative: "Onleihe"

Auch die Stadtbibliotheken bieten schon seit Jahren digitale Bücher an. Bisher gab es aber kein so großes Interesse daran, da es an mobilen Endgeräten fehlte. Seit die Smartphones immer beliebter werden und auch eReader vermehrt verkauft werden, steigt die Nutzung der digitalen Bibliotheken.

Vorteile Stadtbibliotheken

Bei der Stadtbibliothek ist das digitale Angebot in der jährlichen Mitgliedergebühr schon enthalten. Man zahlt nichts extra. Hier sind – je nach Bibliothek – bis zu 10.000 Titel verfügbar.

Auch fallen keine Mahngebühren an, wenn man das Buch nicht rechtzeitig "zurück gibt". Es sperrt sich einfach nach zwei Wochen selbst. Die "Onleihe" ist ebenfalls über eine App zu steuern, aber – im Gegensatz zu Skoobe – auf fast jedes System übertragbar: Android, iOS, eReader.

Nachteile Stadtbibliotheken

Die digitale Bibliothek funktioniert wie die echte: Das bedeutet, wenn jemand das Buch ausgeliehen hat, kann jemand anderes es nicht mehr herunterladen. Solange, bis der erste Nutzer es "zurück gibt". Das kann bis zu zwei Wochen dauern. Das liegt an den Lizenzen, die für jedes Buch erworben werden müssen. Aber: Man kann das Buch – wie in der normalen Stadtbibliothek auch – vormerken lassen. Und das kostenfrei.


Stand: 06.07.2012, 09.58 Uhr