WDR 2 Quintessenz - Geld im Studium: Elternverdienst und Bafög
An den Universitäten und den Schulen in NRW beginnt das neue Ausbildungsjahr. Viele Abiturienten ziehen für das Studium oder die Ausbildung von zu Hause aus. Das kostet natürlich Geld – wenn die Eltern nicht genügend Geld haben, um den Nachwuchs zu unterstützen, hilft das Bafög.

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Studenten im Hörsaal
Bei welcher Ausbildung ist eine Bafög-Förderung möglich?
Die Ausbildungsförderung wird grundsätzlich für eine planvoll angelegte und zielstrebig durchgeführte Ausbildung bis zu einem berufsqualifizierenden Abschluss geleistet. Förderungsfähig sind Ausbildungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen, an Kollegs, Akademien und Hochschulen, einschließlich dort geforderter Praktika. Betriebliche Ausbildungen können nach dem BAföG nicht gefördert werden. Dies gilt auch für den begleitenden Berufsschulunterricht.
Ausbildungsförderung kann vielfach auch für einen Ausbildungsaufenthalt im Ausland gewährt werden. Dies gilt beispielsweise bei Schüler/innen an Gymnasien und Gesamtschulen oder mindestens zweijährigen Fach- oder Fachoberschulen für Auslandsschuljahre sowie bei Studierenden für Studienaufenthalte und Praktika.
Wer hat Anspruch auf Leistungen?
• Staatsangehörigkeit
Ausbildungsförderung erhalten neben Deutschen auch Ausländer/innen. Die konkreten Voraussetzungen hängen von ihrem jeweiligen Status ab, z.B. Staatsangehörigkeit anderer EU-Staaten, Niederlassungserlaubnis, Anerkennung als Flüchtling.
• Eignung
Eine besondere Eignung oder Begabung für die gewählte Ausbildung wird nicht gefordert. Es reicht der Leistungsstand, den die jeweiligen Ausbildungsordnungen für ausreichend halten.
• Alter
Aufgrund der jugendpolitischen Zielrichtung des BAföG wird Ausbildungsförderung grundsätzlich nur denjenigen gewährt, die bei Beginn des Ausbildungsabschnitts, für den sie Ausbildungsförderung beantragen, das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ausnahmen sind möglich.
Wie wird die Höhe der Bafög- Förderung bestimmt?
Die Förderung nachdem BAföG erfolgt grundsätzlich familienabhängig und berechnet sich auf Basis vieler Parameter wie Familienstand der Eltern, Kirchenzugehörigkeit, Wohnsitz, Anzahl der Geschwister und Weitere. Auf Basis dieser Daten wir das Einkommen der Eltern im Sinne des Bafög berechnet. Im Idealfall setzt sich der Bedarf aus einem Grundbedarf, einer Wohnpauschale und einem Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungszuschlag zusammen. Studierende ohne Kind können im Inland können maximal 670 Euro monatlich erhalten.
Wie lange wird Ausbildungsförderung gezahlt?
Das Bafög wird für die Dauer der Ausbildung – einschließlich der unterrichts- und vorlesungsfreien Zeit – geleistet. In der Regel werden Schüler/innen gefördert, solange sie die Ausbildungsstätte besuchen. Die Dauer der Förderung von Studierenden entspricht grundsätzlich der Dauer der Regelstudienzeit. Eine Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus ist in bestimmten Ausnahmefällen für einen begrenzten Zeitraum möglich. Studenten müssen nach 4 Semestern Leistungsnachweise einreichen die belegen, dass sie ihr Studium ernsthaft verfolgen.
Muss das Bafög zurückgezahlt werden?
Audio
- Audio: WDR 2 Quintessenz: Geld im Studium (24.09.2012) Maike Greine, WDR 2 Westzeit
Schüler/innen erhalten die Förderung als Vollzuschuss, müssen es also nicht zurückzahlen. Studierende sowie Auszubildende an höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen des Staates, das später in niedrigen Raten zurückgezahlt wird. Wer sein Studium mit herausragenden Leistungen oder besonders schnell absolviert, dem können auf Antrag Teile der Darlehenssumme erlassen werden. Und: Damit die finanzielle Belastung nach dem Studium nicht zu groß wird, ist die Summe, die wirklich zurück gezahlt werden muss, auf maximal 10.000 Euro begrenzt – die so genannte Kappungsgrenze.
Stand: 24.09.2012, 09.00 Uhr
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