WDR 2 Quintessenz - Tipps für die Wohnungsrenovierung Gesund und Günstig

Von Julia Trahms

Wer renovieren will, hat die Qual der Wahl. Die Produktauswahl ist riesig und die Preise variieren stark. Die meisten wollen natürlich gerne günstig renovieren und gesunde Materialien verwenden.


Zwei Freunde streichen eine Wand

Doch viele Farben, Lacke und Bodenbeläge dünsten gesundheitsschädliche Dämpfe aus. Sie können Kopfschmerzen und sogar Allergien auslösen, warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Doch wer auf schadstoffarme Produkte ohne Weichmacher und Lösungsmittel wert legt, kann schnell den Überblick verlieren.

Prüfsiegel sollen Klarheit bringen

Umweltfreundliche Materialien fürs Renovieren sind in Deutschland mit speziellen Prüfsiegeln versehen. Dazu gehören der "Blaue Engel" ebenso wie "Natureplus" oder das "FSC-Siegel". Sie alle stehen für natürliche und umweltschonende Materialien und sind deshalb besonders für umweltbewusste Menschen und Allergiker gut geeignet.

Nicht alle Siegel haben auch alles geprüft

Doch die Menge an unterschiedlichen Gütesiegeln ist nur schwer zu überschauen, denn viele Siegel prüfen und bewerten oft nur Teilaspekte. Der BUND rät daher, Produkte zu wählen, die mit dem "Blauen Engel" gekennzeichnet sind. Sie werden von einer unabhängigen Instanz geprüft und gelten als schadstoffarm. Bei Wandfarben darf hier zum Beispiel der Lösemittelanteil 0,07 % nicht überschreiten. Ganz ohne Lösemittel kommen aber auch Naturfarben aus. Sie bestehen aus edlen Ölen, Bienenwachs und seltenen Pigmenten wie der grünen Veroneser Erde. Allerdings sind sie meist deutlich teurer.

Gut lüften und spät einziehen

Auch bei Tapeten sollte auf man auf Weichmacher und Chlor möglichst verzichten, sie stehen ebenfalls im Verdacht, die Gesundheit zu schädigen. Die Verbraucherzentrale NRW rät außerdem: Tapeten, Kleister, Farbe, Lacke und ähnliche Materialien nur bei guter Belüftung aufzutragen und die Räume erst zu beziehen, wenn sich der Geruch des Neuen verzogen hat. Tipp: auf die eigene Nase achten. Wenn etwas unangenehm riecht, kann das ein Indiz dafür sein, dass ein Produkt gesundheitsschädliche Dämpfe ausdünstet.

Schadstoffbelastung messen

Ob zum Beispiel Wände oder der Parkettboden gesundheitsschädliche Stoffe von sich geben, kann im Zweifel nur ein Schadstoffexperte herausfinden. Die Umweltberatungen der Verbraucherzentrale geben Tipps, welche Labore dafür geeignet sind. Abhängig von Aufwand und Umfang können diese Analysen zwischen 100 und 1.000 Euro kosten, schätzt die Verbraucherzentrale NRW.

Böden sollten nicht belastet sein

Bei Teppichen und Teppichböden sollte man zudem darauf achten, dass keine Biozide gegen Motten- und Käferfraß verwendet wurden. Wenn man den Teppichboden sorgfältig pflegt, lässt sich der Befall durch Motten oder Käfer ebenfalls wirkungsvoll vermeiden. Auch bei Klebstoffen und Leimen, die bei jeglicher Art von Bodenbelag zum Einsatz kommen, sollte man nach Möglichkeit auf Lösungsmittel verzichten.

Vor dem Renovieren: informieren und Preise vergleichen


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Wichtig ist es, sich vor dem Renovieren sorgfältig mit den Produkten auseinanderzusetzen und darauf zu achten, ob sie zum Beispiel auch für Innen- oder nur für Außenräume geeignet sind. Neben Prüfsiegeln wie der "Blaue Engel" liefern ebenfalls die Testergebnisse der Stiftung Warentest gute Anhaltspunkte, wie gut verträglich etwa eine Farbe für Mensch und Umwelt ist. Allerdings gibt es durchaus Farben, Lacke oder Bodenbeläge, die kein Gütesiegel tragen. Oft muss man aber für ökologische Produkte etwas mehr bezahlen. Es lohnt sich die Preise zu vergleichen.


Stand: 01.08.2012, 09.00 Uhr