WDR 2 Quintessenz - Schädlingsbekämpfung Bissige Grasmilben

Von Jörg Sauerwein

Das schöne Wetter lockt in den Garten und auf den Rasen. Wenn es längere Zeit warm ist, werden in vielen Gärten aber auch Grasmilben aktiv. Bekannt sind die Tiere unter vielen verschiedenen Namen: Herbstgrasmilbe, Herbstmilbe, Erntemilbe, Heumilbe, Rasenmilbe oder auch Beißer.


Grasmilbe auf einem grünen Blatt
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Grasmilbe auf einem grünen Blatt

Vor allem in den Sommermonaten von Juli bis September warten die kleinen Spinnentiere an Grashalmen auf einen Wirt, den sie befallen können. Eigentlich sind das vor allem Tiere wie Mäuse, Igel oder Hasen. Im heimischen Garten ist es aber auch immer häufiger der Mensch, der dann unter starkem Juckreiz leidet.

Kleine Tiere mit großer Wirkung

Mit dem bloßen Auge kann man sie kaum sehen, denn die Larven der Grasmilben sind gerade mal 0,2 bis 0,3 Millimeter groß und von blass rot-oranger Farbe. Haben sie ein Opfer gefunden, krabbeln sie vor allem an Stellen, die besonders warm und feucht sind. Beim Mensch ist das zum Beispiel der Rand der Unterwäsche, aber auch andere Stellen können befallen werden. Dort ritzen die Larven die Haut ein, verflüssigen das Gewebe mit einem Sekret und saugen sich dann voll. Das kann einige Stunden, aber auch bis zu zwei Tage dauern.

Wissenschaftler vermuten, dass die Tiere die Biss-Stelle dabei betäuben, denn das Opfer bemerkt den Angriff der Grasmilbe häufig erst ein bis zwei Tage später. Dann bilden sich juckende Quaddeln. Oft sind es viele verschiedene Bisse in der gleichen Körperregion. Während manche Menschen nur einige Bisse erleiden, berichten Hautärzte immer wieder auch von Patienten, die 50 bis 100 oder sogar noch mehr Bisse haben. Bis zu zwei Wochen lang können die betroffenen Stellen jucken.

Mittel gegen den Juckreiz

Hierzulande übertragen Grasmilben keine Krankheiten. Aber auch der Juckreiz kann für die Betroffenen sehr schlimm sein. Immer wieder kommt es sogar vor, dass Entzündungen entstehen, weil an den juckenden Stellen so viel gekratzt wird. Deshalb empfehlen Hautärzte juckreizlindernde und entzündungshemmende Lotionen oder Cremes.

Das kann zum Beispiel zinkhaltige Milch sein, die einen kühlenden und beruhigenden Effekt hat. Bei besonders starkem Juckreiz kann der Hautarzt sogar Salben mit Kortison verschreiben. In manchen Fällen können auch antiallergische Tabletten notwendig sein.

Mittel gegen Grasmilben

Vor allem Haustiere schleppen Grasmilben häufig in den eigenen Garten. Wer also weiß, dass die heimische Region mit Grasmilben befallen ist, sollte zum Beispiel seinen Hund zur Sicherheit im Sommer gar nicht erst in den Garten lassen. Denn sind die Grasmilben erst einmal im Garten, wird es sehr schwer, sie wieder herauszubekommen. Die kleinen Spinnentiere sind bisher nur wenig erforscht und wirklich effektive Gegenmittel sind nicht bekannt. Trotzdem gibt es einige Dinge, die man ausprobieren kann und die in einigen Fällen Erfolg gebracht haben sollen.

Da die Grasmilben vor allem leicht feuchtes Klima im Rasen mögen, sollte der Rasen möglichst kurz und frei von Moos gehalten werden. Deshalb gerade jetzt im Sommer mindestens einmal pro Woche mähen. Der Rasenschnitt sollte möglichst komplett entsorgt werden, damit die Milben nicht wieder zurückkehren können. Auch Vertikutieren und das Ausbringen einer Kalkstickstoff-Düngung im Frühjahr/Sommer können im Kampf gegen die Grasmilben helfen. Während der trockenen Sommerzeit sollte der Rasen regelmäßig gewässert werden, denn dann ziehen sich die Grasmilben in den Boden zurück. Außerdem gibt es auch einige Schädlingsbekämpfungsmittel, die Erfolg versprechen – immer wieder wird hier auch das Neem-Öl verwiesen. Wenn das alles nicht hilft und der Leidensdruck zu groß wird, dann hilft oft nur noch eine Umgestaltung des Gartens. Der Rasen muss reduziert werden oder komplett verschwinden. Am besten lässt man sich hierbei von einem Garten- und Landschaftsbauer beraten.

Die richtige Kleidung

Wer in einem Garten mit Grasmilben zum Beispiel arbeiten muss, sollte feste Schuhe tragen und die Hose in die Socken stecken. Empfohlen werden auch Gummistiefel. Am besten klebt man an die obere Kante der Stiefel noch ein doppelseitiges Klebeband, über das die Grasmilben dann nicht hinaus kommen können. Nach der Gartenarbeit sollte man gründlich duschen und die Kleidung direkt in der Waschmaschine waschen.

Grasmilben sichtbar machen


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Wer nicht sicher ist, ob der eigene Rasen mit Grasmilben befallen ist, kann einen Trick ausprobieren. Man legt eine weiße Fliese oder ein weißes Blatt Papier auf den Rasen. Die helle, reflektierende Oberfläche soll die Tiere anlocken. Sind dort nach einiger Zeit winzige, rötliche, sich bewegende Punkte zu sehen, sind es mit hoher Wahrscheinlichkeit Grasmilben.


Stand: 25.07.2012, 09.00 Uhr