WDR 2 Servicezeit - Gut grillen für Fortgeschrittene: Leckerer Sommerspaß
Ob mittags mit der Familie oder am Abend mit Freunden – überall brutzeln im Sommer die Würstchen und Steaks. Mehr als 70 Prozent der Deutschen grillen gerne, hat eine Allensbach-Umfrage ergeben. Das Grill-Würstchen mit Kartoffelsalat ist praktisch Standard. Aber wer ein paar einfache Tipps berücksichtigt, kann aus seinem Grill noch viel mehr herausholen.

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Fleisch und Gemuese auf einem Grill
Der richtige Grill
Ob Elektrogrill, Gasgrill oder Kohlegrill: Ein guter Grill muss stabil stehen und darf nicht wackeln. Andernfalls könnte das Gerät kippen – und das ist gefährlich. Die glühenden Kohlen könnten einer Person auf die Füße kippen und schwere Verbrennungen verursachen. Bevor man also einfach den günstigsten Grill aus dem Baumarkt oder an der Tankstelle kauft, sollte man sich gründlich informieren, wie gut das Grillgerät tatsächlich ist. Etwa bei der Stiftung Warentest, die regelmäßig Grills testet und Empfehlungen ausspricht.
Den Grill anzünden
Wer seine Würstchen nicht gerade auf einem Elektrogrill zubereitet, braucht Holzkohle. Der Vorteil: Sie glüht schnell durch. Allerdings kann sie die Hitze nicht lange halten und wird schnell wieder kalt. Anders sieht es bei Holzkohlebriketts aus. Die brauchen zwar länger, bis sie durchgeglüht sind. Dafür können sie die Temperatur länger halten – nämlich bis zu vier Stunden lang.
Beim Anzünden sind Spiritus oder Benzin übrigens tabu – viel zu gefährlich. Besser ist es, auf traditionelle Grillanzünder zu setzen. Die sind sicher, dafür dauert es etwas länger, bis die Kohle ganz durchgeglüht ist. Wer ungeduldig ist, kann sich zum Beispiel einen Anzündkamin kaufen. Mit Hilfe dieser Konstruktion ist die Glut nach spätestens einer halben Stunde perfekt. Übrigens: Die Kohle ist dann heiß genug, wenn sie komplett mit einer grauen Ascheschicht bedeckt ist.
Das Grillgut
Auf den Grill darf natürlich grundsätzlich alles gelegt werden. Allerdings sollte man mit dem Grillgut sorgfältig umgehen, denn nicht alles bekommt dem menschlichen Körper. Besonders gefährlich: Fett, das in die Glut tropft. Denn wenn das Fett verbrennt, entstehen giftige Stoffe, die krebserregend sein können. Und die schlagen sich mit dem Rauch auf dem Grillgut nieder.
Auch so genannte Nitrosamine gelten als krebserregend. Sie entstehen im Grillgut selbst, wenn dieses Nitritpökelsalz enthält. Also: Vorsichtig sein, wenn geräucherte oder gepökelte Fleisch- oder Wurstsorten auf den Grill sollen. Wer sich unsicher ist, sollte beim Einkaufen des Grillguts besser den Metzger fragen.
Es muss nicht immer Fleisch sein
Auch Gemüse kann man auf dem Grill zubereiten. Ob als Spieß oder mit Käse gefüllt – der Phantasie sind beim Grillen von Gemüse keine Grenzen gesetzt. Der Vorteil: Gemüse enthält kaum Fett, ist darüber hinaus kalorienarm und sehr gesund. Übrigens: Auch Obst lässt sich grillen – als Nachtisch etwa. Eine Banane kann man zum Beispiel einfach mit der Schale auf das Rost legen. Sobald sich die Schale schwarz verfärbt, ist die Banane gar und kann serviert werden. Im Internet gibt es zahlreiche Rezeptideen, in der Regel kostenlos.
Wenn beim Grillen etwas schiefgeht
Wo gegrillt wird, da passieren auch Unfälle. Besonders häufig kommt es zu Verbrennungen, die sehr schmerzhaft sind. Erste Hilfe ist dann besonders wichtig. Kleine Brandwunden kann man ganz einfach unter fließendem Wasser kühlen – aber weder zu kalt, noch zu lange. Etwa zehn Minuten reichen aus. Größere Verbrennungen sollte man mit feuchten, nicht zu kalten Tüchern kühlen. Andernfalls könnte der Verbrannte auskühlen und einen Kreislaufzusammenbruch erleiden.
Wichtig: Bei offenen und nässenden Wunden sollte man kein normales Verbandmaterial oder Salben verwenden – denn beides könnte die Wunde verkleben. Besser ist es, sie mit einem trockenen Tuch abzudecken. Und: Brandblasen nie selbst öffnen – wegen der Infektionsgefahr.
Wann der Notarzt kommen muss
Schlimmstes Szenario: Jemand fängt Feuer und brennt. In diesem Fall muss man die Person unbedingt am Hin- und Herlaufen hindern, weil die Flammen durch die Zugluft neu entfacht werden. Stattdessen sofort die Flammen mit einer Decke ersticken und den Notarzt rufen. Der sollte immer verständigt werden, wenn mehr als 20 Prozent der Haut verbrannt sind. Und das ist zum Beispiel schon dann der Fall, wenn die Arme und ein Teil des Gesichts betroffen sind. Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu viel den Notarzt rufen als einmal zu wenig.
Stand: 08.05.2013, 00.00 Uhr
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