WDR 2 Quintessenz - Haushaltscheck Auskommen mit dem Einkommen

Von Barbara Claesges

Egal, ob am Rechner oder auf Papier: Sie sollten Ihr Haushaltsbuch möglichst täglich auf den neusten Stand bringen. Bei Familien und Mehrpersonenhaushalten sollte einer das Haushaltsbuch führen, alle anderen berichten täglich, wofür Sie Geld ausgegeben haben. Dabei macht es keinen Sinn, bestimmte Ausgaben zu verheimlichen – damit belügen Sie sich nur selbst. Am Anfang macht es etwas Arbeit, das Haushaltsbuch mit den Grundinformationen zu füttern, aber der Aufwand lohnt sich.


Frau schreibt in ein Haushaltsbuch
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Frau schreibt in ein Haushaltsbuch

Wie ausfüllen?

Ein Haushaltsbuch besteht grundsätzlich aus drei Teilen: Der erste Teil ist eine Tabelle mit Ihren Einnahmen, der zweite Teil eine Tabelle mit Ihren festen Ausgaben. Hier werden die Beträge für Einnahmen und Fixkosten jeweils pro Monat eingetragen. Der dritte Teil besteht aus jeweils einer Tabelle für jeden Kalendermonat des Jahres für alle variablen Kosten. Also für alle Ausgaben, die unregelmäßig anfallen und die jedes Mal unterschiedlich hoch ausfallen wie zum Beispiel die für Lebensmittel. Spezielle Haushaltsbuch-Programme sind oft anders aufgebaut. Wenn Sie eine solche Software nutzen, erhalten Sie in der Regel eine Anleitung dazu.

Einnahmen

Beginnen Sie mit der Tabelle für die Einnahmen, das geht in der Regel relativ schnell: Was kommt an Zahlungen auf das Konto? Neben Nettoeinkommen und Weihnachtsgeld sind das beispielsweise Kindergeld oder Unterhaltszahlungen.  Welche Beträge erhalten Sie in bar – zum Beispiel Geldgeschenke? In dieser Tabelle tragen Sie in die Spalte ganz links untereinander die Einnahmenarten ein. Lassen Sie die oberste Zeile frei, da kommen nebeneinander die Monate rein. Dann tragen Sie in die Felder darunter ein, wann welcher Betrag bei Ihnen eingeht. Wenn Sie die Beträge zusammen rechnen, sehen Sie Ihre Einnahmen pro Kategorie, Monat und Jahr. Teilen Sie die Jahreseinnahmen durch zwölf, wissen Sie wie viel Ihnen durchschnittlich an Einnahmen pro Monat zur Verfügung steht.

Feste Ausgaben: Die Fixkosten

Dann folgen die festen Ausgaben. Alles was sie monatlich, vierteljährlich, jährlich, oder in sonstigen regelmäßigen Intervallen ausgeben, gehört in diese Liste. Auch hier tragen Sie in die linke Spalte die Ausgabenarten ein, in die oberste Zeile die Monate und in die Felder darunter, die Beträge. Miete fällt beispielsweise monatlich an, Versicherungen oft nur einmal im Jahr.

Wenn Sie Ihr Haushaltsbuch nicht zum 1. Januar beginnen, macht es Sinn, dass Sie die Fixkosten seit Anfang des Jahres nachtragen. Dazu müssen Sie einmal Ihre Rechnungen, Verträge und Kontoauszüge durchforsten. Oft lassen sich da Abbuchungen entdecken, an die man schon gar nicht mehr gedacht hatte.

Auch hier können Sie die Ausgaben pro Monat beziehungsweise pro Jahr ganz leicht zusammen rechnen. Wenn Sie diesen Betrag durch zwölf Monate teilen, wissen Sie wie hoch ihre durchschnittlichen Fixkosten pro Monat sind und haben auch die Kosten eingerechnet, die nicht jeden Monat fällig werden.

Variable Ausgaben: Die laufenden Kosten

Als letztes geht es an den dritten Teil des Haushaltsbuch. Der ist reserviert für die variablen Ausgaben und wird ständig weitergeführt. Hier tragen Sie alles ein, was Sie und die anderen Personen des Haushalts über den Monat verteilt ausgeben. Deshalb gibt es hier für jeden Monat eine Seite, auf die alle Ausgabenarten mit Datum und Betrag eingetragen werden.

Diese Liste führen Sie am besten täglich weiter, dann dauert es nur wenige Minuten und Sie wissen noch wofür Sie was ausgegeben haben. Am einfachsten ist es, wenn Sie sich immer einen Kassenbon aushändigen lassen, so entgeht Ihnen nichts. Sollte das nicht möglich sein, notieren Sie den Betrag und übertragen Sie ihn später ins Haushaltsbuch. Bewahren sie alle Belege und Notizzettel auf, am besten nach Datum sortiert.

Budget errechnen

Wenn Sie die Fixkosten von den Einnahmen abziehen, haben Sie Ihr monatliches Budget für die variablen Kosten errechnet. Das ist das Geld, das Ihnen monatlich für Einkäufe, Anschaffungen, Reparaturen und zum Beispiel für das Tanken zur Verfügung steht. Wenn Sie dann das Haushaltsbuch mindestens einen Monat geführt haben, sehen Sie, ob sie bei diesen Ausgaben unter oder über Ihrem Budget liegen. Ist das der Fall, geben Sie mehr Geld aus, als Sie einnehmen. Spätestens dann ist es Zeit, zu überlegen, wo sie sparen können.

Tipp

Bevor Sie sich innerhalb der Familie um jeden Cent streiten, können Sie auch einfach für jeden so etwas wie ein Taschengeld einplanen, das jeder ohne Angaben zur Verwendung pro Woche oder Monat zur Verfügung hat.

Typische Einnahmen- und Ausgabenarten

Hier finden Sie eine Liste mit den häufigsten Einnahmenarten und typischen festen und variablen Ausgabenarten. Die Übersicht dient nur als Orientierungshilfe. Wichtig ist, dass Sie alle Ihre persönlichen Einnahmen und Ausgaben erfassen, auch wenn sie nicht in der Liste aufgeführt sind. Es ist sinnvoll, dass Sie eine Auswahl aus den Einnahmen- und Kostenkategorien treffen, die zu Ihnen passt. Wer also etwa Haustiere hat, Raucher ist oder regelmäßig in die Kantine geht, sollte dafür eigene Kategorien anlegen. Bei allen anderen macht das natürlich keinen Sinn.

EinnahmenFeste Ausgaben/FixkostenVariable Ausgaben/Kosten
ErwerbseinkommenWohnenLebensmittel / Haushalt
Nettolohn, -gehaltMiete oder ImmobilienkreditLebensmittel
Urlaubs-, WeihnachtsgeldStrom, Heizung, WasserPutzmittel
ProvisionNebenkosten
Grundbesitzabgaben
Haushaltshilfe
Staatliche ZahlungenKommunikationGesundheit und Pflege
KindergeldTelefon-, HandyverträgePflegeprodukte
WohngeldInternetFriseur, Fußpflege
ElterngeldRundfunk-, TV-GebührArzt
Rente/PensionMedikamente
Arbeitslosengeld
Sonstiges Versicherungen & FinanzenBekleidung
Erstattungen (Steuer, Strom, Heizung, Nebenkosten etc.)HaftpflichtKleidung
Private RenteHausratSchuhe
UnterhaltKrankenversicherung (zusätzliche/private)Reinigung
Zinsen, DividendenRisikolebenTransport
MieteinnahmenKapitallebenTanken
Geldgeschenkeprivate AltersvorsorgeReparaturen
Flohmarkt-, Ebayverkäufe etc.Riester-RenteFahrkarten (Abos)
BerufsunfähigkeitFreizeit
SparverträgeEntritte
KreditratenHobby
LeasingratenZeitungen/Zeitschriften
BankgebührenBellestrik/Bücher
KreditkartengebührenGastronomie
TransportRestaurant, Imbiss
Kfz-SteuerKantine
Kfz-VersicherungKneipe & Co.
Fahrkarten-AbosEinrichtung & Unterhaltungselektronik
KinderMöbel & sonst. Einrichtung
KinderbetreuungHaushaltsgeräte
TaschengeldUnterhaltungselektronik
NachhilfeSonstiges
Schule, EssensgeldAufladen Handy
SonstigesHaustiere
VereinsbeiträgeKlassenfahrten
AbosFeiern, Geschenke
NachzahlungenGarten
(Nebenkosten, Strom, Heizung etc.)Tabakwaren
Bildung
Schulartikel
Büroartikel
Computer und Zubehör etc.

Stand: 22.10.2012, 00.00 Uhr