WDR 2 Quintessenz - Handy-App: Elektronisches Haushaltsbuch
Fast jeder nimmt sich vor, beim Geldausgeben ein bisschen aufmerksamer zu sein. Der klassische Weg, sich auf die Finger zu schauen, ist das Haushaltsbuch, in dem man alle Ausgaben einträgt.

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Frau trägt Einkäufe in ein Haushaltsbuch ein
Das Problem: Wenn man es auf Papier führt, wird daraus schnell eine unübersichtliche Zettelwirtschaft, denn nicht immer denkt man daran, die vielen Einzelposten nachzutragen. Dann häufen sich Notizen oder Kassenbons. Hier kann das Handy weiterhelfen, weil es im Alltag ständig dabei ist. Für Smartphones gibt es eine ganze Palette von "Haushalts-Apps" zur digitalen Buchführung.
Für wen die App in Frage kommt
An vielen Orten geben wir Geld aus - für den schnellen Kaffee im Becher, für das spontan entdeckte Paar Schuhe und so weiter. Zumindest, wer sich am Monatsende wundert, was da eigentlich mit dem Kontostand passiert ist, sollte sich über eine gewisse Zeit selbst kontrollieren. So kann bares Geld gespart werden, das dann möglicherweise für einen absoluten „Wunsch-Kauf“ frei ist. Mit Handys älterer Bauart kommt man da allerdings nicht weit, ein Smartphone mit Touch-Bildschirm ist schon nötig.
Ansonsten gibt es keine besonderen Hürden, sagt Frank Lackmann von der Verbraucherzentrale NRW: "Das Führen eines Haushaltsbuchs ist eigentlich für jeden sinnvoll - um sich selber zu reflektieren und zu prüfen, wofür gebe ich mein Geld jeden Monat aus."
Wo es die Programme gibt
Hier kommt es auf das Betriebssystem des Handys an. Apples iOS, Android, ebenso Windows Phone - der Besitzer muss den jeweiligen App-Store aufrufen. Hier zeigt eine kurze Suche nach "Haushaltsbuch" zahlreiche Programme an. Auf zwei Punkte sollte geachtet werden:
• Neben dem Titel der App steht der Preis des Programms. Es wäre natürlich paradox, ausgerechnet zum Geldsparen eine unnötig teure App zu verwenden. Gerade zum Ausprobieren sollte man eine kostenlose App wählen. Ansonsten sind Preise bis zu fünf Euro für ein gutes Produkt tolerabel.
• Ebenfalls neben dem Titel findet man Bewertungen von anderen Nutzern. Sie sind ein Anhaltspunkt dafür, wie etabliert die App schon ist (viele Bewertungen) und ob gut sie ankommt.
Wie das "Appen" im Alltag funktioniert
Bei jedem Einkauf kann man sich angewöhnen, direkt nach dem Bezahlen kurz das Handy zu zücken und in der App den Betrag sowie ein Stichwort einzutragen. Dafür lassen sich auch Kategorien benutzen oder selbst anlegen, zum Beispiel "Kino" oder "Fahrkarten". Das Datum speichert das Handy automatisch dazu. Wichtig: Natürlich müssen auch Bezahlvorgänge per Karte, Überweisung oder Dauerauftrag (Abos!) eingegeben werden. Nicht schummeln!
Tipp: Regelmäßige Kosten, wie etwa der Handy-Vertrag oder die Miete, sollte man direkt am Anfang des Monats eintippen, auch wenn manche davon erst später überwiesen werden. Diese Beträge sind ja trotzdem für andere Zwecke blockiert.
Im Menü zeigt die App an, wie viel Geld man schon im Monat ausgegeben hat und welche Kategorien die "kostspieligsten" waren. Das lässt sich dann bequem mit dem Budget vergleichen, das man als Obergrenze angepeilt hat.
Was man mit den Daten machen kann
Normalerweise reicht der Überblick, den die App selbst auf dem Handy bietet, aus. Die persönliche Ausgabenkontrolle sollte nicht zur "Wissenschaft" ausarten. Wer die Daten trotzdem gerne auf Papier oder auf dem PC in der Tabellenkalkulation archivieren möchte, kann das aber tun. Haushalts-Apps bieten normalerweise eine Export-Funktion an.
Eine Frage der Disziplin
Audio
- Audio: WDR 2 Quintessenz: Haushaltsbuch als App (23.01.2013) Hendrik Buhrs, WDR 2 Westzeit
Schon wieder etwas ausgegeben! Wer sich das App-Benutzen angewöhnt hat, merkt: Das Programm ist unerbittlich und macht, ehrlich gesagt, nicht immer Spaß. Verbraucherschützer Frank Lackmann sieht trotzdem einen Nutzen: "Da kann es wirkliche Überraschungen geben, wenn ich feststelle, dass ich mir in einem Monat vier Mal die Pommes Currywurst für vier Euro gekauft habe oder zehn Euro im Monat für Zeitungen ausgebe, obwohl ich eine andere abonniert habe." Und vielleicht stellt sich schon nach zwei oder drei Monaten ein Lerneffekt ein - wer sein Geld bewusster ausgibt, kann auch wieder auf das Haushaltsbuch per App verzichten.
Stand: 23.01.2013, 00.00 Uhr
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