WDR 2 Quintessenz - Honig: Nicht nur Natur Unerwünschte Beigabe

Von Sigrid Müller

Honig auf dem Frühstücksbrötchen, das ist für viele ein Muss. Für die Bienen ist  die Herstellung dieses süßen Brotaufstrichs allerdings kein Vergnügen sondern Schwerstarbeit.


Biene auf einer Löwenzahnblüte
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Biene auf einer Löwenzahnblüte

Um ein Glas Honig zu produzieren, müssen sie über zwei Millionen Blüten anfliegen. Inzwischen ist der Nektar, den sie sammeln, aber nicht immer nur Natur pur. Unser Test beweist es. Wir haben Honige ins Labor geschickt und auf genveränderte Pollen untersuchen lassen.

Der Stichprobentest

Eingekauft haben wir insgesamt 11 Honige (darunter 5 Rapshonige). Zwei Honige  kamen aus Deutschland, die übrigen Produkte waren ausländischer Herkunft. Nur 20 Prozent des Honigs, der bei uns aufs Brötchen kommt, stammt aus der heimischen Produktion.

Gentechnisch veränderte Pollen gefunden

In vier Honigen wurden im Labor eindeutig gentechnisch veränderte Pollen gefunden. Fünf Honige waren mit Sicherheit Genttechnik frei. Vor allem in den Rapshonigen steckten Gentech-Pollen (von den fünf Rapshonigen waren drei eindeutig belastet). Aber auch in einem Mischblütenhonig  wurden genveränderte Pollen entdeckt. In zwei Honigen waren Gentech-Pollen nicht eindeutig nachweisbar.

Wo kommt diese Belastung her?

Dass in importiertem Rapshonigen genveränderte Pollen stecken können, ist seit längerem bekannt. So besteht zum Beispiel in Kanada angebauter Raps inzwischen zu über 90 Prozent aus genveränderten Sorten. Aber auch in Europa gibt es offensichtlich ein Problem. Der Rapshonig von Langnese (Mischung aus EU Ländern) hatte Gentech Pollen. Gentech-Pollen steckten außerdem in der "Imker Auslese" von Bihophar. Dieses Produkt war eine Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern. Die gute Nachricht: Im Deutschen Rapshonig von Nook wurden keine Gentech-Pollen nachgewiesen.

Wenig gentechnisch veränderte Pflanzen in Deutschland

In Deutschland werden bisher kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Mais könnte allerdings ein Problem werden. Vor einiger Zeit musste ein Imker in Süddeutschland seine gesamte Honigernte vernichten. Der Grund: sein Honig enthielt gentechnisch veränderte Maispollen und diese Pflanze ist nicht als Lebensmittel zugelassen. Die Klage des Imkers auf Entschädigung läuft noch.

Keine Kennzeichnungspflicht

Der Schwellenwert für gentechnisch veränderte Organismen, ab dem per Gesetz ein Lebensmittel gekennzeichnet werden muss, wird bei Honig nicht erreicht.

Die Empfehlung

Verbraucherschützer empfehlen: Wer einigermaßen auf Nummer sicher gehen will, sollte Honig kaufen, der aus Deutschland stammt. Hier ist das Risiko einer Verunreinigung durch Gentech-Pollen relativ  gering. Dazu ist allerdings der Blick aufs Etikett nötig. Auch wenn der Honig von einem deutschen Anbieter stammt, heißt  das noch nicht, dass der Honig aus Deutschland kommt. Auf dem Produkt muss klar erkennbar "Deutscher Honig" stehen, nur dann kommt er von heimischen Bienen. Die meisten Produkte auf dem Markt sind Honigmischungen aus dem Ausland.

Nicht immer Natur pur: Honig im Test/ Das Testergebnis*:

Deutscher Rapshonig, Nook, 100g/1,36€
keine gentechnisch veränderten Pollen nachweisbar

Deutscher Blütenhonig, Dt. Imkerbund, 100g/1,00€
keine gentechnisch veränderten Pollen nachweisbar 100g/1,00€

Bio bio Brasilianischer Waldhonig, Netto, 100g/0,80€
keine gentechnisch veränderten Pollen nachweisbar

Sommerblüten + Wildblütenhonig Goldland, Aldi Süd, 100g/0,52€                      keine gentechnisch veränderten Pollen nachweisbar

Eukalyptus Honig Bio, Brasilien, Penny, 100g/0,80€
keine gentechnisch veränderten Pollen nachweisbar

Kanadischer Raps-Kleehonig, Bihophar, 100g/1,14€
gentechnisch veränderte Pollen nachweisbar

Clover Crest, Kanad. Raps-Kleehonig, 100g/1,40€
gentechnisch veränderte Pollen nachweisbar

Rapsblüte Langnese, 100g/2,40€
gentechnisch veränderte Pollen nachweisbar

Imker Auslese, Bihophar, 100g/0,80€
gentechnisch veränderte Pollen nachweisbar

*Im Gesamttest wurden mehr Proben im Labor untersucht. Die Produkte, bei denen die Untersuchungsergebnisse nicht eindeutig waren, werden nicht genannt.

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Stand: 27.07.2011, 09.58 Uhr