WDR 2 Quintessenz - Immobilienfonds Keine sichere Geldanlage

Als Geheimtipp, mit guter Rendite verkauft der Bankberater sie gerne: Geschlossene Immobilienfonds. Und viele Anleger werden hellhörig: In Immobilien zu investieren, das scheint eine gute Idee zu sein, denn in Zeiten der Finanzkrise gibt es kaum noch Zinsen  für das klassische Sparbuch. "Finanztest" hat 58 geschlossene Immobilienfonds getestet, die meisten sind durchgefallen, zu risikoreich, zu intransparent.


Haus aus Geldscheinen neben Rechner und Stift
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Haus aus Geldscheinen neben Rechner und Stift

Ergebnis

Nur 8 von 58 geprüften Fonds erhielten im Test ein Befriedigend, 40 fielen komplett durch. Die beste Bewertung erhielt der FFH Immobilien-Fonds für Studentenapartments in Hamburg und Frankfurt. Der Fonds "Forum – Park Office für eine Büroimmobilie in Karlsruhe" landete auf dem zweiten Rang. Auf Rang drei der Fonds "MPC Deutschland 11" für Studentenapartments in vier deutschen Städten.

Minuspunkte

Ein geschlossener Immobilienfonds ist nach Meinung der Warentester nicht zu empfehlen, wenn:

• es sich um einen sogenannten Blindpool handelt, weil mehr als 10 Prozent oder mehr der Immobilieninvestitionen noch nicht feststehen.

• der Fonds Kredite in Fremdwährungen aufnimmt, dann gibt es zusätzliche Währungsrisiken. Falls mehr als 50 Prozent des benötigten Kapitals für die Immobilie über Kredite aufgenommen werden, erhöht dies das Risiko ebenfalls.

• für Kleinanleger ein Ratensparangebot gemacht wird. Ratensparer müssen auch dann weiter einzahlen, wenn der Fons schon Pleite ist.

• die Prospektverantwortung nicht beim Fondinitiator, sondern bei der          Fondsgesellschaft liegt, ist die ein Warnsignal.

• mehr als 20 Prozent Einmalkosten bei Vertragsbeginn anfallen.

Der Rat

Wenn überhaupt, dann sollten nur Vermögende in diese Anlageform investieren, die auch einen Totalverlust riskieren können. Außerdem liegt schon die Mindestbeteiligung meist bei 10.000 Euro und aufwärts. Auf Grund des Risikos müssen Anleger immer damit rechnen, auch Verlust zu machen. Wichtig: Immer die die Gewinnprognosen des Fonds prüfen, manchmal sind sie unrealistisch. Geeignet sind nur Immobilien in guten Lagen und Objekte, die Mieteinnahmen garantieren sowie mehrere Nutzungsmöglichkeiten bieten. Da in vielen Städten es an Wohnraum für Studenten fehlt, lassen sich für Studentenapartments in der Regel Renditen erzielen. Die Apartments ließen sich gegebenenfalls auch in normale Wohnungen umwandeln.

Auswahl

Prüfen Sie, in welche Immobilie das Geld fließt, wo Sie liegt und was aus dem Gebäude ansonsten noch gemacht werden könnte oder ob die Immobilie nur für den angegebenen Zweck geeignet ist.  Je spezieller die Nutzung ist, desto schwieriger wir eine Umwidmung, falls sich keine Mieter finden sollten.

Steuern


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Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Ein Verkaufsgewinn aus der Immobilie ist erst nach 10 oder mehr Jahren steuerfrei.


Stand: 13.11.2012, 09.39 Uhr