WDR 2 Quintessenz - Monster, stepstone und Co.: Der Internet-Jobportal-Knigge
Wer eine Stelle sucht, kommt am PC kaum vorbei. Und auch für die meisten Firmen sind Internet-Jobbörsen inzwischen unverzichtbar.

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Junge Frau mit Stellenanzeige vor einem Jobportal
Nach einer Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM veröffentlichen fast 80 Prozent aller Unternehmen offene Stellen auf Online-Portalen. Dort können Bewerber schnell und unkompliziert nach einer neuen Stelle suchen – bequem von zu Hause. Nicht einmal mehr Papier und Briefumschläge braucht man. Auch firmeneigene Jobportale und Karriereseiten werden bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern immer wichtiger.
Die Qual der Wahl
Neben den großen, branchenübergreifenden Online-Jobbörsen wie Monster, Stepstone, Jobscout24 oder stellenanzeigen.de gibt es auch Spezialseiten für besondere Berufsgruppen oder Arbeitgeber. Etwa academics.de für Stellen in Wissenschaft und Forschung oder bund.de für Angebote von Behörden. Eines der größten Angebote stellt die Bundesagentur für Arbeit online. Allerdings gibt es sehr unterschiedliche Meinungen zu Qualität und Aktualität.
Der "Agent" sucht automatisch
Viele Jobportale bieten automatische Suchagenten an: Bewerber hinterlegen einmal alle für sie relevanten Suchkriterien. Spezielle Such-Programme fischen dann automatisch passende Angebote heraus und schicken sie bequem und in der Regel kostenlos per Email-Abo ins Haus. Filter erlauben es, Jobangebote auch nach dem Wunschort auszuwählen, die Firmengröße zu bestimmen oder eine bestimmte Karrierestufe vorzugeben. Zusätzlich bieten einige Portale die Möglichkeit, ein Bewerber-Profil hochzuladen, um Firmen die Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme zu bieten.
Was bin ich?
Generell gilt: Je konkreter die Berufsbezeichnung, desto passender die Such-Ergebnisse. Je ungenauer sich eine Tätigkeit eingrenzen lässt, umso mehr unpassende Angebote finden sich in der Trefferliste.
Tipp: Probieren Sie mehrere Schlagworte aus. Benutzen Sie Formulierungen und Jobbeschreibungen aus Stellenanzeigen, die Ihnen gefallen.
Alles in einer Datei
Wenn Sie Ihre Bewerbung per Email verschicken, speichern Sie Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse in eine einzige Datei. Das erleichtert der Personalabteilung die elektronische Weiterverarbeitung Ihrer Bewerbung. Außerdem geht beim Herunterladen und Ausdrucken seltener etwas verloren. Faustregel: Im ersten Durchlauf nur die wichtigsten Zeugnisse schicken. Bei Bedarf Dokumente nachreichen. Benutzen Sie nur gängige Dateiformate wie .pdf oder .doc und geben Sie sich bei der Gestaltung Mühe: Ihre Online-Bewerbung ist Ihre Visitenkarte! Vermeiden Sie Anhänge mit einer Größe von über 10 MB.
Klasse statt Masse!
Widerstehen Sie der Versuchung, einmal gestaltete Unterlagen per Massenmail an Dutzende Arbeitgeber zu versenden. Gehen Sie jede Bewerbung individuell an. Nehmen Sie sich die Zeit, die Erwartungen des Unternehmens zu verstehen. Professionelle Bewerbungstrainer raten dazu, auch bei Online-Bewerbungen mit einem logischen Aufbau und einem roten Faden im Lebenslauf zu punkten.
Tipp: Fassen Sie sich kurz! Komprimierte Darstellungen sind beliebter als ausuferndes Geschwafel.
Bin ich geeignet?
Aus dem Anschreiben sollten für den Arbeitgeber Kompetenz, Motivation und Persönlichkeit des Bewerbers hervorgehen: Warum möchte der Bewerber gerne zu dieser Firma? Warum will er genau diesen Job? Was bringt er mit? Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie nicht alle vom Unternehmen gewünschten Anforderungen erfüllen. Faustregel: Stimmt Ihr Profil zu zwei Dritteln mit der Jobbeschreibung überein, sollten Sie eine Bewerbung wagen.
Fragebogen-Marathon: Nur nicht aufgeben
Häufig müssen Bewerber auf den Karriereseiten ihres zukünftigen Arbeitgebers lange Online-Fragekataloge ausfüllen. Hier kommt es darauf an, durchzuhalten und trotz der allgemein gehaltenen Raster Persönlichkeit zu zeigen. Branko Woischwill vom Büro für Berufsstrategie empfiehlt, beim Ausfüllen immer wieder kurze Pausen einzulegen und sich bestimmte Formulierungen, zum Beispiel zu den eigenen Stärken und Schwächen vorab bereitzulegen.
Tipp: Auf vielen Firmenseiten wird der Bewerbungsprozess ausführlich dargestellt. Nehmen Sie Kontakt zum Unternehmen auf, falls Sie vorab technische Fragen haben. Zum Beispiel auch dann, wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Initiativbewerbung Sinn macht.
Mit freundlichen Grüßen statt "lol"
Audio
- Audio: WDR 2 Quintessenz: Der Internet-Jobportal-Knigge (10.02.2012) Clemens Hoffmann, WDR 2 Mittagsmagazin
Das Internet ist ein "beiläufiges" Medium. Trotzdem sollten Sie bei Online-Bewerbungen zeigen, dass Sie klassische Höflichkeitsrituale beherrschen. Eine verbindliche Anrede und freundliche Verabschiedung ("Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch. Mit freundlichen Grüßen") sind gerade im Zeitalter der E-Mail unerlässlich. Auch die Betreffzeile der Mail sollte sachlich und aussagekräftig sein (z.B. "Meine Bewerbung als Projektleiter"). Eines der größten Angebote stellt die Bundesagentur für Arbeit online. Allerdings gibt es hierzu sehr unterschiedliche Meinungen zur Qualität und Aktualität.
Stand: 10.02.2012, 09.58 Uhr
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