WDR 2 Quintessenz - Verwirrend Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen

Von Julia Trahms

Es sind harte Zeiten für Autofahrer: Die Benzinpreise sind seit Monaten auf Rekordniveau, Ersatzteile sind teurer geworden und zum Jahreswechsel steigen jetzt auch noch die Versicherungsbeiträge. Höchste Zeit also sich nach Sparmöglichkeiten umzuschauen. Zumindest bei der KFZ-Versicherung, denn die meisten Autopolicen sind zum Jahresende mit einer Frist von vier Wochen kündbar – Stichtag ist der 30. November 2012.


Autokauf im Internet
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Autokauf im Internet

Das "Verbraucherportal" hat nicht nur den Kunden im Sinn

Dazu informieren sich immer mehr Verbraucher über Vergleichsportale im Internet – und schließen auch Verträge ab: Immerhin 750.000 Neuabschlüsse liefen im Jahr 2011 über Onlineseiten wie z.B. Check24, Transparo oder Toptarif. Verbraucher sollten den Ergebnissen aber nicht einfach blind vertrauen, rät die Verbraucherzentrale NRW. Denn für jeden Abschluss eines Versicherungsvertrages bekommen die Portale in der Regel eine Prämie, also Provisionszahlungen von den Versicherern.

Achtung: Die Angebote sind nicht neutral bewertet

Nicht alle Tarife aller Versicherungen finden sich neutral bewertet in den Ergebnislisten aller Vergleichsportale: Weil es manchen Versicherungen schlicht zu teuer ist, bieten sie ihre Policen oder bestimmte Tarife nur bei einem der Portale an. Manche Versicherungsunternehmen betreiben sogar ihr eigenes "Vergleichsportal" – so gehört der HUK gemeinsam mit der WGV und dem HDI  beispielsweise das Portal "transparo.de". Angebote der Konkurrenz lassen sich hier nicht finden. Umgekehrt fehlen Huk, WGV und HDI bei anderen Portalen. Weiteres Problem: da die Versicherungen unterschiedlich genau die Daten abfragen (Garagenbesitz, Beruf, Wohneigentum usw.), können auch deshalb unterschiedliche Tarifergebnisse zu Stande kommen.

Gefahr: Provision geht vor

Um die Akzeptanz beim Kunden zu erhöhen, listen die Portale ohne Verkaufslizenz diese Angebote dann zwar trotzdem, aber eben ohne Preisangabe. Dadurch rutschen sie in der Ergebnisliste weit nach hinten, obwohl sie im Preis-Leistungsverhältnis vielleicht einen der vorderen Plätze belegen müssten. Ein Abschluss ist über dieses Portal dann nicht möglich. Unter Umständen müssen Tarife ohne Abschlussmöglichkeit auch in einer Extra-Ansicht aufgerufen werden oder der Nutzer muss per Häkchen ausdrücklich aktivieren, dass auch diese Tarife angezeigt werden.

Unabhängig recherchieren, dann das beste Angebot suchen


Für den Kunden bedeutet das: Vor Vertragsabschluss sollte er in jedem Fall bei mehreren Portalen vergleichen und sich nicht auf das erstbeste Angebot verlassen, rät die Verbraucherzentrale NRW. Nachteil: das kostet Zeit, wegen der Eingabe der Daten. Generelle Empfehlung: Die billigste Versicherung muss nicht die beste sein! Wichtig ist auch, nicht nur auf die Kosten zu achten, sondern auch auf die Leistungen der Versicherung. Wird ein Anbieter in die engere Wahl gezogen und der Name ist nicht bekannt, lohnt es sich, den Namen in eine der Suchmaschinen einzugeben und nach den Erfahrungen anderer Nutzer zu sehen. (z.B. hinsichtlich Erreichbarkeit, Kulanz, Übernahme von SF-Rabatten oder Schadensregulierung).


Stand: 25.11.2012, 18.02 Uhr