WDR 2 Quintessenz - Verkehrssünderdatei Punkte abbauen

Von Andreas Braun

Das Verkehrszentralregister in Flensburg hat heute (16.07.12) Geburtstag – auf den Tag genau vor 55 Jahren wurde es gesetzlich eingeführt. Ein Jubiläum, das viele Autofahrer wahrscheinlich nicht gerne mitfeiern. Eine Ampel doch knapp bei Rot erwischt oder zu schnell unterwegs und schon sind die Punkte auf dem Konto. Aber: Wie wird man sie eigentlich wieder los?


Motorradfahrer fährt zu schnell auf Landstraße
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Motorradfahrer fährt zu schnell auf Landstraße

Automatische Tilgung

Der einfachste Weg ist natürlich zu warten, bis die Punkte verjähren. Bei einer Ordnungswidrigkeit, wenn ich zum Beispiel mit dem Handy am Ohr telefoniert habe, dauert das zwei Jahre. Bei einer Straftat, die nicht im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen steht, dauert es fünf Jahre. Und bei einer Straftat in Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen dauert das sogar zehn Jahre. Allerdings verfallen die Punkte nach diesen Fristen nur, wenn man sich in dieser Zeit nichts zu schulden kommen lässt. Passiert wieder was, verlängern sich die Fristen.

Aktiv abbauen

Man kann auch aktiv Punkte abbauen – und zwar indem man spezielle Aufbauseminare besucht (ASP = Aufbauseminar für punktauffällige Kraftfahrer) oder an einer verkehrspsychologischen Beratung teilnimmt. Wie viele Punkte man dann verliert, hängt davon ab, wie viele man schon auf dem Konto hat. Bei bis zu acht Punkten in Flensburg kann man durch ein Aufbauseminar ganze vier Punkte abbauen. Zwischen neun und 13 Punkten werden nur noch zwei angerechnet. Ab vierzehn Punkten wird ein Seminar sogar zur Pflicht, damit verliert man allerdings keine Punkte mehr durch die Teilnahme. Hat man so viel auf dem Kerbholz, kann man nur noch durch eine verkehrspsychologische Beratung den Punktestand drücken. Minus zwei gibt es dafür.

Zeitliche Grenzen

Freiwillig Punkte abbauen kann man allerdings durch diese Maßnahmen nur alle fünf Jahre. Jedes Mal ein Seminar besuchen, wenn der Punktestand wieder gestiegen ist, geht natürlich nicht. Bei 18 Punkten ist definitiv Schluss, dann muss der Führerschein eingezogen werden.

Kosten für Aufbauseminare

Die Seminare werden von Fahrschulen angeboten, die Preise variieren dabei von 200 Euro im Schnitt bis zu 400 Euro. Angebote vergleichen, kann sich also lohnen. Insgesamt müssen neun Stunden absolviert werden, die in der Regel auf vier Sitzungen verteilt werden, die auch alle besucht werden müssen. Außerdem ist eine Fahrprobe mit dem Fahrlehrer fällig. Eine Abschlussprüfung gibt es allerdings nicht, am Ende stellt der Fahrlehrer nur eine Teilnahmebestätigung aus.

Kosten für verkehrspsychologische Beratung


Die Beratung kostet etwa 300 Euro und dauert gut vier Stunden. Sie wird von entsprechend qualifizierten Psychologen durchgeführt. Dabei geht es darum, in Gesprächen die Ursachen für das wiederholte Fehlverhalten herauszuarbeiten und möglichst Wege aufzuzeigen, wie man sie abstellt. Eine Fahrprobe kann ebenfalls Teil der Beratung sein. Ein Protokoll wird am Ende nur für den Fahrer erstellt, für die Behörden gibt es eine Teilnahmebestätigung.


Stand: 16.07.2012, 09.00 Uhr