WDR 2 Quintessenz - Fiese Grippe im Anmarsch: Impfen oder nicht?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, sich jedes Jahr im Herbst gegen die aktuellen Grippeviren impfen zu lassen. Außerdem: Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke, die z.B. an Diabetes, einer Herz-Kreislaufkrankheit oder Asthma leiden. Bei ihnen kann es durch die Grippe zu schweren Komplikationen, z.B. einer Lungenentzündung, kommen.

-
Bild 1 vergrößern
+
Frau erhält eine Grippeimpfung
Schwangere
Auch schwangeren Frauen empfehlen die Experten der STIKO eine Grippeschutzimpfung: Gerade bei Schwangeren kann es zu einem sehr schweren Verlauf einer Grippe kommen. Studien zeigen, dass durch die Impfung kein erhöhtes Risiko für Kaiserschnitt, Frühgeburt oder die Gesundheit des Säuglings besteht.
Ärzte, pflegendes Personal
Menschen, die durch ihren Beruf mit vielen Kranken in Kontakt kommen, sollten sich impfen lassen: Sie tragen ein erhöhtes Risiko, sich selber anzustecken – Ärzte z.B. bei ihren Patienten. Und sie können sehr viele Menschen anstecken, wenn sie selber erkrankt sind.
Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche verkraften eine Grippe in der Regel besser, als Erwachsene: bei ihnen verläuft die Grippe milder. Aber für chronisch kranke Kinder und Jugendliche, z.B. Asthma Patienten, empfiehlt die STIKO die Grippeschutzimpfung.
Warum muss man sich jedes Jahr erneut impfen lassen?
Es gibt viele verschiedene Grippeviren. Leider gibt es noch keine Impfung, die vor all diesen verschiedenen Grippevirus-Stämmen zusammen schützt. Deswegen wird jedes Jahr neu bestimmt, welche drei Grippevirus-Stämme aktuell am häufigsten auftreten. Gegen diese drei Stämme schützt dann die aktuelle Impfung. So schützt der Grippeimpfstoff in dieser Saison 2012/2013 vor anderen Grippeviren, als der Impfstoff des vergangenen Jahres.
Adjuvantien
Adjuvantien sind Zusatzstoffe, die in manchen Grippeschutz-Impfungen enthalten sind. Sie sollen die Wirkung der Impfung verstärken. Bei Senioren antwortet das Immunsystem schwächer auf die Impfung, als bei jüngeren Erwachsenen: der Schutz vor den Grippeviren ist daher meistens nicht so ausgeprägt. Deswegen gibt es einen Grippeimpfstoff für Senioren, der Adjuvantien enthält. Allerdings besteht der Verdacht, dass das Adjuvans in dem "Schweinegrippen-Impfstoff" Pandemrix in einigen Fällen die Krankheit Narkolepsie auslöste.
Nasenspray statt Spritze
Audio
- Audio: WDR 2 Quintessenz: Fiese Grippe im Anmarsch (26.09.2012) Christina Sartori, WDR 2 Westzeit
Erstmals in diesem Jahr gibt es einen Grippe-Impfstoff, der nicht per Spritze verabreicht wird, sondern als Nasenspray. Es heißt Fluenz. Dieser Impfstoff ist aber in Europa nur für Jugendliche und Kinder ab dem 2. Lebensjahr zugelassen. In Studien zeigte es bisher eine etwas bessere Schutzwirkung, als andere Grippe-Impfstoffe. Für Kinder und Jugendliche, die an schwerem Asthma oder Atemnebengeräuschen leiden oder immun geschwächt sind, ist diese Impfung nicht geeignet. Steht das Kind in Kontakt mit jemandem, dessen Immunsystem stark geschwächt ist, sollte besser ein anderer Grippe-Impfstoff verwendet werden: denn Fluenz enthält abgeschwächte, lebende Viren, so dass ein frisch geimpftes Kind Menschen in seiner Umgebung anstecken kann. Alle anderen Grippe-Impfstoffe enthalten abgetötete Viren – der frisch Geimpfte ist daher nicht ansteckend.
Stand: 26.09.2012, 09.00 Uhr
Seite teilen
Über Soziale Medien