WDR 2 Quintessenz - Lichterketten im Test Brandgefährliche Stromfresser?

Von Michael Obermeier

Ein lebensgefährlicher Stromschlag, Verbrennungen, möglicherweise sogar ein Wohnungsbrand – wer für die stimmungsvolle Weihnachtsdekoration zur falschen Lichterkette greift, der lebt gefährlich. Und es sind immer noch reichlich Produkte im Handel, die selbst die grundlegendsten Sicherheitsvorschriften nicht einhalten. So das Ergebnis des alljährlichen Lichterkettentests des TÜV Rheinland.


Lichterkette wird überprüft
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Lichterkette wird überprüft

Ein lebensgefährlicher Stromschlag, Verbrennungen, möglicherweise sogar ein Wohnungsbrand – wer für die stimmungsvolle Weihnachtsdekoration zur falschen Lichterkette greift, der lebt gefährlich. Und es sind immer noch reichlich Produkte im Handel, die selbst die grundlegendsten Sicherheitsvorschriften nicht einhalten. So das Ergebnis des alljährlichen Lichterkettentests des TÜV Rheinland.

Der Test

Die Tester des TÜV Rheinland haben 52 Lichterketten im Wert von maximal 16 Euro unter die Lupe genommen. Gekauft wurden sie Mitte November 2012 in Baumärkten, in Ein-Euro-Läden und im Internet. Die Experten haben überprüft, ob sie die Mindeststandards bei der Sicherheit einhalten, das heißt, ob sie die verbindliche Prüfnorm für einen Verkauf innerhalb der EU erfüllen.

Das Ergebnis

Von den 52 getesteten Lichterketten erfüllen ganze 38 die Mindeststandards nicht. Sie müssten eigentlich umgehend aus dem Verkehr gezogen werden. Bei jedem fünften Modell besteht für den Nutzer sogar die akute Gefahr eines Stromschlags oder von Verbrennungen. Das ist deutlich besser als in den Vorjahren, als noch bis zu 90 Prozent aller Produkte schwere Mängel aufwiesen, aber immer noch kein gutes Ergebnis.

Die beiden häufigsten Mängel waren:

  • Fehlende Warn- oder Sicherheitshinweise: Ein Modell war beispielsweise für den Gebrauch im Freien gekennzeichnet, die dafür notwendigen Dichtungen fehlten jedoch.
  • Konstruktionsfehler: Die Kabel von sieben Ketten saßen so lose in ihren Fassungen, dass Nutzer einen Stromschlag riskieren. Weitere fünf wurden mit 100 bis 250 Grad Celsius viel zu heiß.

Tipps für den sicheren Einsatz von Lichterketten

Beim Kauf sollten Verbraucher auf die Kennzeichnung auf der Verpackung einer Lichterkette achten: Die Angabe eines Herstellers mit Adresse sowie eine Gebrauchsanleitung und Sicherheitshinweise auf deutsch sind gute Zeichen. Trägt das Produkt zusätzlich das GS-Zeichen, wurde es zumindest von unabhängiger Stelle geprüft. Wer Lichterschmuck für draußen sucht, sollte nur Produkte mit dem Kürzel "IP 44" verwenden.

Ist eine Lichterkette erst einmal im Einsatz, sollten Verbraucher in regelmäßigen Abständen die einzelnen Birnchen überprüfen. Ausgebrannte Lampen sofort austauschen, sonst werden die anderen schnell zu heiß. Außerdem erhöhen defekte Birnen den Stromverbraucht. Wichtig ist auch ein ausreichender Abstand der Lichterkette zu Gardinen, trockenem Tannegrün und anderen leicht entflammbaren Gegenständen, da die Lampen sich erwärmen. Funktioniert die ganze Lichterkette nicht mehr, sollte man sie umgehend entsorgen. Eine Reparatur ist meist unmöglich.


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Zusätzliche Sicherheit bieten Lichterketten mit einem Transformator, der die 230 Volt Spannung aus der Steckdose herunterregelt und damit die Gefahr eines Stromschlags ausschaltet. Empfehlenswert sind außerdem Produkte mit Leuchtdioden (LED). Sie sind zwar meist teurer, halten dafür aber auch länger und verbrauchen deutlich weniger Strom.


Stand: 26.11.2012, 09.39 Uhr