WDR 2 Quintessenz - Günstig zum Neuwagen Rabattschlacht der Autohersteller

Von Frank Wörner

Die Autohersteller haben es wieder schwerer, ihre Neuwagen zu verkaufen. Deshalb profitieren Kunden derzeit von hohen Rabatten. Selbst beliebte Modelle gibt es bis zu ein Drittel unter Neupreis.


Neuwagen mit Rabattaufkleber
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Neuwagen mit Rabattaufkleber

Üblicherweise gehen die Rabatte auf dem Automarkt zum Ende der Urlaubszeit zurück - das hat das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen jedenfalls in der Vergangenheit beobachtet. Dieses Jahr sind die Rabatte aber auch bis in den August hinein auf hohem Niveau geblieben. Wer jetzt ein Auto kauft, kann kräftig sparen.

Nachlass bis zu 35 Prozent


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Hohe Abschläge gibt es sonst häufig bei Nischenmodellen und Fahrzeugen, die wenig gefragt sind. Momentan werden aber auch Massenmodelle wie Ford Fiesta und Opel Astra mit Rabatten von fast 35 Prozent auf den Listenpreis verkauft - die Spitzenwerte, die die Uni Duisburg-Essen zuletzt ermittelte. Und selbst der VW Golf ist als Auslaufmodell mit Tageszulassung - der Nachfolger wurde eben erst vorgestellt - bei einigen Händlern für ein Drittel unter dem regulären Preis zu haben.

Rabatte aushandeln

Wer ein Auto günstig kaufen möchte, kann den klassischen Weg gehen und sich beim Händler den "Hauspreis" für sein Wunschmodell ausrechnen lassen. Dazu sollte man vorher genau wissen, welche Ausstattung man unbedingt haben möchte und auf welche man bereit wäre, zu verzichten. Häufig lässt sich durch die Wahl von Ausstattungspaketen weiteres Geld sparen - der Händler sollte darüber Bescheid wissen. Erst wenn das Angebot vorliegt, sagt man dem Verkäufer, was man bereit ist, maximal zu zahlen. Der Preis sollte natürlich realistisch festgelegt sein. Ist keine Einigung auf einen für beide Seiten vertretbaren Preis möglich, sollte man dem Verkäufer seine Daten hinterlassen - mit der Bitte, sich zu melden, wenn sich am Preis etwas geändert haben sollte. Möglicherweise wird er sich später mit einem besseren Angebot melden.

Versteckte Rabatte

Entscheidend ist letztlich nicht allein der Abschlag auf den Listenpreis. Häufig gibt es auch versteckte Rabatte für bestimmte Modelle oder eine gesamte Fahrzeugpalette eines Herstellers - etwa durch günstige Finanzierungs- oder Leasingangebote oder attraktive Zugaben, etwa eine Garantieverlängerung oder andere interessante Zugaben. Auch diese sollten berücksichtigt werden, da sie letztlich den Preis weiter senken.

Rabatt ohne verhandeln

Wer vor Verhandlungen mit Autoverkäufern und Vergleichen bei verschiedenen Autohäusern zurückschreckt, kann bei einem Neuwagen-Vermittler (z. B. Autohaus24, Carneoo, MeinAuto, APL Prize Optimizer und viele weitere) im Internet fündig werden. Dort vermitteln deutsche Vertragshändler ihre Neuwagen teils mit hohen Rabatten. Das Center Automotive Research hat die durchschnittlich erzielten Rabatte bei den 30 beliebtesten Modellen berechnet - und kommt auf einen Abschlag von 18,9 Prozent, der bei Kauf eines Autos über einen Internet-Vermittler im Schnitt zu erzielen ist. Ein Vergleich lohnt sich übrigens auch zwischen den verschiedenen Vermittlern, da sie oft unterschiedlich hohe Rabatte anbieten.

Kein "echter" Internet-Kauf

Die Internetseite tritt dabei nur als Vermittler auf, sie stellt einen Kontakt zu einem deutschen Vertragshändler her, mit dem letztlich der Kaufvertrag geschlossen wird. Es handelt sich dabei also nicht um einen klassischen Internet-Kauf, sondern das Internet dient nur dazu, Händler und Interessenten zusammenzubringen. In der Regel kann der Käufer sein Wunschfahrzeug nach eigenem Bedarf frei konfigurieren. Teilweise gibt es aber noch weitere Abschläge bei Lagerfahrzeugen, für die sich kein Käufer gefunden hat, deren Ausstattung dann aber nicht mehr verändert werden kann.

Reimporte als Alternative

Auch der Kauf eines EU-Importfahrzeugs kann interessant sein. Hier sind die Abschläge teilweise noch höher als bei den schon hoch rabattierten deutschen Fahrzeugen. Die Importe werden zum Teil sogar ebenfalls bei Vertragshändlern angeboten, häufiger aber bei spezialisierten Händlern. Wer ein solches Fahrzeug kauft, sollte allerdings die (Serien-)Ausstattung genauestens vergleichen – denn die Fahrzeuge werden oft mit landesspezifischen Merkmalen ausgeliefert. Zum Beispiel fehlen manchmal wichtige Sicherheitsausstattungen, die in Deutschland selbstverständlich sind. Zudem sollte man bedenken, dass sich der Preisvorteil beim Kauf auch bei einem späteren Wiederverkauf niederschlagen kann; in der Regel sind gebrauchte EU-Importwagen nämlich weniger gefragt.


Stand: 11.09.2012, 09.39 Uhr